warum die Glocken der reformierten Kirche Eglisau um elf Uhr vor dem Stundenschlag lÀuten?
Als ich, Walter BĂŒchi, vor einigen Jahre nach Eglisau zog, geriet ich gegen Mittag hĂ€ufig in Stress. Wenn die Glocken lĂ€uteten, erschrak ich: schon elf Uhr gewesen? Bald merkte ich, dass die Glocken â anders als ĂŒberall sonst, und auch anders als beim FrĂŒh- und beim AbendgelĂ€ut â vor dem Stundenschlag lĂ€uteten. Ich vermutete, das hĂ€tte mit irgend einem Vorfall in der Eglisauer Geschichte zu tun und versuchte, den Grund fĂŒr diese Seltsamkeit herauszufinden.
Aufgrund der Auskunft eines ehemaligen Lehrers konnte mir Alt-GemeindeprÀsident Walter Meier die Lösung des RÀtsels mitteilen:
Im StÀdtlischulhaus war Frau Dori Heller, die Mutter des an der Obergasse 58 wohnenden Christian Heller, vor vielen Jahren als Primarlehrerin tÀtig. Von jeweils zehn vor elf bis elf Uhr war Pause. Um elf Uhr begann der Unterricht wieder. Dori Heller hat gestört, dass kurz nach erneutem Unterrichtbeginn das ElfuhrgelÀut einsetzte und den Unterricht störte. Sie hat es damals offenbar geschafft, dass das GelÀut wÀhrend der Pause erklang und nach dem Elfuhrschlag der Unterricht ohne störendes GlockengelÀute weitergehen konnte. Und dabei ist es, seit vielen Jahrzehnten, so geblieben!
Dora Heller-Reber war in Eglisau Primarlehrerin von 1953 – 1981.
Der Beitrag ist ausgeliehen von Walter BĂŒchi 20.01.2026
dass der Hiltenberg hat seinen Namen zurĂŒck erhalten hat?
Als wir, Walter BĂŒchi und seine Familie, vor knapp zehn Jahren nach Eglisau in die Breiti zogen, fragte ich mich, wie der Berg heisse, der hinter dem Bahnhof so steil aufsteigt und uns im Winterquartal die Nachmittagssonne stiehlt. In der Landeskarte war nur die Bezeichnung âBueÂchenplatzâ zu finden, aber nicht als Bezeichnung des Berges. Aber der westliche AuslĂ€ufer war als Laubberg bezeichnet. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Höhe keinen eigenen Namen hat, und ging der Sache etwas nach.
Ich stellte fest, dass der Berg in den Àlteren Karten, von der Dufourkarte von 1849

ĂŒber die Wild Karte von ca. 1850

die Siegfriedkarte von 1880

bis zur Siegfriedkarte von 1930

und zur Dufourkarte von 1939

immer als Hiltenberg bezeichnet wurde.
Erst in der ersten Ausgabe der Landeskarte 1:25â000 von 1956

fehlt die Bezeichnung. Man könnte davon ausgehen, dass damals einfach vergessen wurde, den Namen in die neue Karte zu ĂŒbertragen. Dagegen spricht, dass die BeÂzeichnung âLaubbergâ, die sich vorher immer auf den westlichen Teil des HĂŒgelzuges bezog, nun auch auf den Hiltenberg ausgedehnt wurde. GrĂŒnde dafĂŒr sind nicht erÂsichtlich.
Auch im Taschenbuch âAm ZĂŒrcher Rheineâ, das der Eglisauer Pfarrer Albert Wild 1883/84 herausgegeben hat, ist immer wieder vom Hiltenberg, z.T. auch Iltenberg geschrieben, die Rede. Er erscheint in der hinten im Band eingefĂŒgten Karte des Eidgenössischen Topographischen Bureaus von 1882, wie auch in der Darstellung des Schlosses Eglisau (rechts oben).

Auch im Text ist der Hiltenberg mehrfach erwĂ€hnt, z.B. auf S. I 210 eine ErwĂ€hnung von 1682, auf S. I 369 im Zusammenhang mit der Wölflishalde, auf S. II 56, wo Wild den Hurwig (Haarbuck) [heute Hurbig, oberhalb Buchberg] und den Hiltenberg als âdie bedeutendsten Höhen der Umgebungâ bezeichnet, oder auf S. II 61, wo er verÂmerkt, âdieser [vom Laubberg aus] in Richtung nach dem Rheinsberg liegende IltenÂberg ist der höchste Teil der ganzen HĂŒgelkette (546 M.); allein die obersten Stellen sind mit Wald bewachsenâ.
Auch der ehemalige Eglisauer GemeindeprÀsident Walter Meier und Thomas Fritschi an der Untergasse in Eglisau bestÀtigten mir, dass es sich bei der Anhöhe um den Hiltenberg handle.
Ich nahm also mit der swisstopo und dem kantonalen Vermessungsamt Kontakt auf, die daraufhin AbklĂ€rungen durchfĂŒhrten. Auf eine Anfrage der Abteilung GeoinformaÂtion des Amtes fĂŒr Raumentwicklung an die Gemeinde Glattfelden, auf deren TerritoÂrium der grösste Teil der Erhebung liegt, antwortete diese: â[Gegen die Aufnahme der Flurbezeichnung âHiltenbergâ in die amtliche Vermessung] hat der Gemeinderat im Grundsatz nichts einzuwenden, allerdings nicht in der Kategorie wie die Erhebungen âStrassbergâ, âDĂ€ttenbergâ und/oder Rhinsbergâ, sondern wie die bereits vorhandeÂnen Flurbezeichnungen âAltenhauâ, âBurgacherâ, âParadiesgĂ€rtliâ etc. FĂŒr die GlattfelÂderinnen und Glattfelder wird die Erhebung zwischen Eglisau und Glattfelden geneÂrell als âLaubbergâ bezeichnet.â Letzteres entspricht der heutigen Beschriftung in der Landeskarte. Es ist wahrscheinlich darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass der Hiltenberg von Glattfelden aus viel weniger prominent und eigenstĂ€ndig in Erscheinung tritt als von Eglisau aus.
Jedenfalls wurde entschieden, den Flurnamen aufzunehmen und dem Punkt 545 zuzuordnen. Seit einiger Zeit erscheint er in der Landeskarte 1:10â000:

(vgl. https://bit.ly/2Z2SGK4)
Trotz der Stellungnahe der Gemeinde Glattfelden erscheint er in der gleichen Schrift wie der Laubberg und der Rhinsberg, der ĂŒbrigens auf Betreiben von Walter Meier neu und korrekt mit âRhischbergâ bezeichnet wird. Vielleicht kann sich die Gemeinde Glattfelden trotz Ihrer ZurĂŒckhaltung entschliessen, den mit einem Gedenkstein marÂkierten âHöchsten Punktâ kĂŒnftig als âHiltenberg-Kulmâ (Kulm = höchster Punkt) zu bezeichnen.
In der Landeskarte 1:25â000 wird der Hiltenberg seinen Namen voraussichtlich etwa 2022 zurĂŒck erhalten, wenn diese neu aufgelegt wird.
Der Beitrag ist ausgeliehen von Walter BĂŒchi, 21.5.2020
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Peter Bolli / 24.01.2026
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