Jung gegen Alt…

Jung gegen Alt… oder Alt gegen Jung? 🤔

Ein nicht ganz neues Phänomen geistert seit einiger Zeit durch alle Gesellschaftsschichten. Es ist die aktive Spaltung der Gesellschaft durch mannigfache Interessenvertreter verschiedenster Couleur, welche versuchen sich ihre Pfründe zu sichern, oder sich durch gezielte Desinformation an der Gesellschaft zu bereichern. Dabei ist ihnen keine Anstrengung zu viel. Die Medien geben sich, als die bevorzugten Verbreitungsplattformen, als Trittbretthalter her.
Einer dieser Spaltungsversuche zielt auf die Geldbeschaffung des Bundes, der Kantone und der Gemeinden ab, also auf die Finanzierung der Bundes-, der Kantons- und der Gemeindekassen. Aber auch die Krankenkassen und Versicherungen, welche sich an den Spaltungsversuchen aktiv beteiligen, wirken mit.
Um die Kassen so gut wie möglich zu füllen ist der Interessengemeinschaft von Influencern in Bern, in Zürich und auch in denn Gemeinden kein Weg zu weit. Sie ergehen sich in Behauptungen spektakulärster Art und sind sich nicht zu schade dafür mit ihrem Gesicht vor die Kamera zu treten, ohne dabei auch nur ein bisschen rot zu werden. Sie gehen zu den Zeitungen und/oder in die elektronischen Medien, sie erfinden Probleme, wo keine sind, sie verheimlichen entscheidungsrelevante Informationen und vertuschen, wenn nötig, für sie unvorteilhafte Geschehnisse. Dabei nützen sie ihren Wissensvorsprung zum eigenen Vorteil auch zum Schaden des Bürgers.
Es scheint alles erlaubt zu sein, das zurückhalten von ausschlaggebenden Entscheidungsinformationen an den Bürger bis hin zur aktiven Spaltung der Gesellschaft durch Desinformation.
Nicht mit Lösungsvorschlägen, nicht mit persönlichem Engagement, sondern nur, und ausschliesslich zu Gunsten der eigenen Vorteile.
So zum Beispiel:

Die Spaltung der Gesellschaft in Jung und Alt. 😨
oder in die Berufstätigen und die nicht Berufstätigen, was fast auf dasselbe hinausläuft.

Allein die Unterscheidung in Jung und Alt zum Thema Staats-, Kantons.- und Gemeindehaushalt, also der Geldpolitik, der Finanzierung der öffentlichen Ausgaben, ist ein sich weit öffnendes Tätigkeitsfeld für die Interessenvertreter aller nur erdenklichen Art.

So sind Themen wie z. Bsp.: die Finanzierung

  • der 13. AHV
  • der neuen Armee, sprich Landesverteidigung
  • der BVG-Kassen der Invalidenversicherung
  • der Krankenversicherung
  • der Bildung usw. und so fort

beliebte Spielwiesen der Influencer und Lobbyisten in Politik und Wirtschaft. Dabei ist des Bürgers Portemonnaie eine der begehrten Manipulationsmasse.

Da werden dann Erklärungen bemüht, wie:

  • Die Berufstätigen bezahlen den Staatsausbau
  • Die Jungen finanzieren die Alten
  • Die Zuwanderung ist schuld an steigenden Mieten, an volleren Zügen, an Lohndruck in bestimmten Branchen, an der Kostenexplosion im Gesundheitswesen usw.

um nur einige zu nennen.

Eine Behauptung sei hier herausgepickt.
Die Finanzierung der AHV, insbesondere der 13. AHV ist ohne MWST Erhöhung nicht machbar.
Ein ganz beliebtes Thema, weil der grösste Ausgabenposten des Bundes, rund 40% der Gesamtausgaben, die AHV ist.
Neu und deshalb im Besonderen ist die Diskussion zur Finanzierung der 13. AHV zum top 10 Thema hochstilisiert worden.
Zu diesem Thema werden pseudo Schlagzeilen formuliert, wie:
«Die Jungen finanzieren die Alten» um nur «eine Spitze» der Aussagen zu benennen.

Aber, stimmen diese Unterstellungen wirklich…«Die Jungen finanzieren die Alten»?

Wenn wir das AHV Finanzierungsystem von heute aus der Ferne beleuchten , so stellen wir fest, die «These» stimmt, teilweise, denn;

  1. Die AHV wird hauptsächlich über Lohnbeiträge von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden finanziert.
    Die Berufstätigen bezahlen und damit die meist jüngeren Mitglieder, der Gesellschaft.
  2. Der Staat, resp. der Bund, also die Bürger mit ihren Steuern, bezahlen rund 20%, und beteiligen sich so an den AHV-Ausgaben.
    Also die jüngeren und die älteren. Nur das ist nie ein Argument in der Diskussion um die Finanzierung der AHV.
  3. Weitere Einnahmequellen sind:
    Beiträge der selbständig und nicht selbständig Erwerbenden, also der mehrheitlich jüngeren
  4. Auch die Erträge aus dem AHV-Ausgleichsfonds (Der Fonds sammelt Reserven der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), damit kurzfristige Schwankungen zwischen Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen werden können) werden zur Finanzierung herangezogen. AHV Überschüsse von Jung und Alt werden dazu an den Finanzmärkten investiert. Auch Sondersteuern z. Bsp. Spielbankenabgaben, Tabaksteuer usw. finanziert durch Jung und Alt fliessen ein.

Heute heisst das Grundprinzip: Solidarität zwischen den Generationen

  • Erwerbstätige zahlen ein
  • Pensionierte erhalten eine Rente

Auch als «das Umlagensystem» bekannt.

Wir sehen also, die AHV wird hauptsächlich von den Berufstätigen finanziert, aber, wie wir oben gesehen haben, eben nicht nur.
Weder die Jungen noch die Alten haben direkten Einfluss auf die Finanzierung der AHV, sie werden durch die Verfassung ab Art. 111 ff und das Finanzierungssystem, also «das Umlagensystem» dazu verpflichtet.
Das «Umlagensystem» ist eine bewährte Finanzierungsmethode, welche bei der Einführung der AHV 1948 die beste Möglichkeit zur Realisierung einer AHV, also damals das einzig richtige, war. Sie belastete damals den Staatshaushalt nur marginal und war über Jahrzehnte gesichert.
Die Jungen finanzieren die Alten ist also aus der Not geboren und war, wie schon gesagt, damals der richtige Weg der Finanzierung. Übrigens erhielten damals Rentner welche nie in die AHV einbezahlt hatten eine Rente ausbezahlt – und niemand kam auch nur im Ansatz auf die Idee diese solidarische Volksleistung mit polemischem Gerede zu torpedieren, oder gar die Generationen gegeneinander auszuspielen, es war einfach normal das wir für einander eingestanden sind.

Also, warum wird heute Polemik über Veränderung gestellt?
Warum wird das alte System nicht in Frage gestellt, nicht überdacht?

Ganz einfach, weil es so bequem und für viele Interessenvertreter so lukrativ ist.

Von den Interessen

Die Interessen der Jungen…..
Die Jungen haben, so die Argumentation, ein Interesse daran, möglichst wenig von ihrem Lohn, vor allem an andere, z. Bsp. den Alten, abgeben zu müssen.
(Die Behauptung die Jungen sollten nicht für die Alten bezahlen müssen ist eine gezielte Spaltung der Gesellschaft. Der persönliche Egoismus wird gefördert und die Solidarität mit der Allgemeinheit als nicht mehr zeitgemäss dargestellt. Das Schlagwort das dazu benützt wird heisst Work-Life-Balance vor Solidarität)

Die Interessen der Rentner
Die Rentner haben ein Interesse daran, dass ihre AHV gesichert ist und bleibt. Das ist richtig so, denn sie haben sie bisher auch finanziert. Oder sollen die Rentner, wie das Establishment es uns einreden will, ein schlechtes Gewissen haben? Ich zum Beispiel, weil ich viel mehr einbezahlt, haben als ich heute an Rente ausbezahlt bekomme? Die AHV hat schon immer so funktioniert, dass die Berufstätigen mit dem Umlagensystem für die Pensionierten aber auch für die IV, EO einbezahlt haben. Die Bevölkerungsschicht, welche AHV bezieht, hat ein Leben lang, also 45-50 Jahre in die AHV einbezahlt und leiten davon zu recht ab, dass sie die von ihnen einbezahlten Prämien als Rente beziehen können. Ob das das Finanzierungssystem das zulässt oder nicht.

Die Interessen der Interessenvertreter
Die Interessenvertreter, also die Systemprofiteure, haben leichtes Spiel ihre Pfründe im trockenen zu halten, wenn sich die Bevölkerung nicht einig ist und sich nichts ändert. (Sie nehmen sich, ohne dabei einen grossen Beitrag leisten zu müssen, einen beträchtlichen Anteil aus dem AHV-Topf. Zur eigenen «Bereicherung»)
Polemik zu machen und die Gesellschaft zu Spalten ist günstiger als Hirnleistung für Veränderung einsetzen und bezahlen zu müssen. Ein Privilegienverlust wollen diese Profiteure unter allen Umständen verhindern. Dazu sind ihnen, so scheint es, alle Mittel recht.

Lesen Sie dazu auch den Beitrag «Das Giesskannenprinzip»

und was wären mögliche Alternativen..?

Warum ändern wir das System nicht? 💪🔥

Ich behaupte, das Finanzierungssystem ist nicht mehr zeitgemäss und muss angepasst werden.
Es ist durchaus denkbar, dass die Finanzierung der AHV, IV, EO in Zukunft über Direktzahlungen der zukünftigen Rentner an sich selbst gesichert werden kann. Das würde wie ein simples Sparkonto funktionieren, würde aber wie Heute über Lohnabzüge finanziert. Das würde bedeuten, jede/r Erwerbstätige spart für sich selbst. Einen Teil dieser Rentenersparnisse müsste von denjenigen in einen Rentenausgleichstopf einbezahlt werden. Dieser würde von all jenen gespeist welche ein festgesetztes Einkommen überschreiten. Mit dem Rentenausgleichstopf könnten Mindestrenten gesichert werden. Eine Höchstrente müsste nicht festgelegt werden. Vorteil: Jeder hätte seine eigenen Rentenersparnisse für seine zukünftige Pension selbst gespart.
(ähnlich dem BVG aber ohne die Versicherungsgesellschaften und all die anderen Selbstbediener)

In der Übergangszeit vom alten zum neuen System müssten die entstehenden Lücken über eine Zwischenfinanzierung abgedeckt werden.
Diese könnte z. Bsp. aus den Finanzreserven der Nationalbank, ohne Auswirkungen auf derer Geschäft oder deren Auftrag, finanziert werden.
(In der Vergangenheit konnten Sofortsicherheiten für den CS-Deal von 259 Milliarden Sfr. in nullkommanichts gesprochen werden, davon 50 Milliarden als Soforthilfe, welche immer noch nicht ganz zurückbezahlt ist. Warum also sollte eine einmalige AHV-Übergangsfinanzierung nicht auch über die dem Volk gehörende Nationalbank möglich sein?)

So würden wir die zukünftige Finanzierung sicherstellen, ohne ein immer wieder in Frage gestelltes «Umlagensystem» bemühen zu müssen. Auch die Erhöhung der Lohnprozent Abzüge würde sich von selbst lösen und eine ungerechte Finanzierung über MWST Erhöhungen wären kein Thema mehr. Auch die zurückgehende Bevölkerungsentwicklung hätte keinen Einfluss auf die Finanzierbarkeit der AHV, wie im übrigen auch das BVG, mehr.

Ich bin kein «Experte» aber warum nützen wir unsere Energie nicht um über Lösungen wie oben beschrieben nachzudenken, statt unsere Lebenszeit dazu zu verschwenden die Gesellschaft zu spalten? 😉

In diesem Sinne, auf ein nächstes Mal, in geistiger Unruhe.

Peter Bolli

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