Ein Trauerspiel mit Ansage oder Eile mit Weile?
Die geteilte Stadt hat das warten satt……..
Mitten durch unser historisches Städtchen am Rhein, über die alte Rheinbrücke, gebaut im Jahre 1919, fahren heute täglich rund 22 000–24 000 Fahrzeuge, bis 2030 sollen es über 30 000 sein, darunter immer mehr Lastwagen. Das führt seit langem zu Staus, Lärm, Abgasen, Feinstaub (alle Werte liegen über den zulässigen Höchstgrenzwerten) und Konflikten zwischen Verkehr und Lebensqualität im und ums Städtchen.
Der Wunsch nach einer Umfahrung, die den Durchgangsverkehr aus dem Ortszentrum herausführt, besteht seit den 1970er Jahren.
Also seit bereits gut einem halben Jahrhundert.
Neu soll der Baubeginn der Umfahrung von Eglisau nicht vor 2037 sein.
Der Bevölkerung wird also zugemutet noch einmal 11 Jahre zu warten bis der Bau endlich starten soll.
Der Gemeinderat hat Verständnis dafür, dass der Regierungsrat zuerst die planerischen Grundlagen und die Finanzierung sichert.
Das Wohl der Bevölkerung wird als nachrangig, wohlwollend berücksichtig.
Die Volksvertreter verteidigen scheinbar lieber den schnöden Mammon als die gerechten Interessen der Bevölkerung.
Oder etwa nicht?
Es ist ungerecht die Menschen in Eglisau und Umgebung immer wieder hinzuhalten, das muss endlich aufhören.
Für die neue Richtplananpassung benötigt die geneigte Prozessplanung des Kantons 10 Jahre!
Sagt uns der Regierungsrat!
Uns soll verkauft werden, dass Kostentransparenz und Papierlischwinget wichtiger sind als eine schnelle Entlastung der Bevölkerung von Stau, Feinstaub, Lärm, Abgasen und der Möglichkeit flexibler Mobilität zwischen den Quartieren östlich des Rheins mit dem Städtli und den Quartieren nördlich Rheins.
Auf lebenswerten Lebensraum sollen wir, die Bevölkerung von Eglisau und Umgebung, nach einem halben Jahrhundert des Wartens weitere 11 Jahre Hoffnung schieben? Wir sollen Hoffnung schöpfen aus einem Strauss neuer Versprechungen? Und wir sollen an das endlich Gute glauben!
Wirklich jetzt? Kein Scherz?
Da unterstelle ich eine gute Portion fein abgewägtes, gut dosiertes Kalkül.
Warum?
Mit gezielter Verteuerung wird ein Investitionskoloss nahe am wirtschaftliche Irrsinn designet. Damit wird ein Konstrukt geschaffen, welches notwendig scheint, den anstehenden politischen Seiltanz im Kanton nachhaltig mit Ablehnung und Unmut der Zürcher Bevölkerung gegen eine Luxusumfahrung, befeuern zu können. Mit leeren Worthülsen wird der Unwille der hohen Politik getarnt, das Projekt schnell mit Kraft und Tat umzusetzen.
Vielleicht etwas zu zugespitzt gesagt, bin ich für eine offene ehrliche auf Augenhöhe sich befindende Diskussion zur Umfahrung.
Unbestritten aber vertrete ich die Meinung, wir sollten uns aktiv einmischen!
Und zwar jetzt!
Die Diskussion ist offen, sagen Sie mir Ihre Meinung, jetzt:
Peter Bolli 24.12.2025
Zeitstrahl der Entwicklung
1970er – 1980er: Erste Planungen
- 1978: Erste Eintragung einer Umfahrung im kantonalen Verkehrsplan. Kanton Zürich
- 1985: Volksabstimmung über ein Umfahrungsprojekt (mit hoher, vierspuriger Brücke) wurde mit grossem Nein vom Stimmvolk des Kantons Zürich abgelehnt. eglisau.ch+1
- 1988: Der Kanton nahm eine Rheinquerung für eine zukünftige Umfahrung erneut in den Richtplan auf, diesmal mit einem angepassten Projektansatz, der später als Basis dienen sollte. Kanton Zürich
1990er – 2000er: Weiteres Ringen um Lösungen
- In den 1990er bis 2000er Jahren gab es wiederholte Motionen, Berichte und politische Auseinandersetzungen zwischen Gemeinden, dem Kantonsrat und dem Regierungsrat zur Frage, wie und ob eine Umfahrung realisiert werden soll. Teils wurden Vorschläge abgelehnt oder verschoben, teils fanden Befürworter breite Unterstützung. umfahrung-eglisau.ch
2010er: Intensivierung der Planungen
- 2012: Motion des Kantonsrats beauftragt den Regierungsrat, eine Kreditvorlage für das Umfahrungsprojekt auszuarbeiten. eglisau.ch
- 2013–2015: Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) sowie die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EKD) erklärten mehrere der bis dahin erarbeiteten Varianten als «bewilligungsunfähig» oder stark problematisch wegen Schutzgütern wie Rheinlandschaft und dem Eisenbahnviadukt. Daraufhin wurden diverse neue Varianten mit Brücken und Tunneln geprüft. Kanton Zürich+1
- Ein Wettbewerb über Lage und Gestaltung einer möglichen neuen Rheinquerung wurde ausgelobt (2019). Kanton Zürich
2020er: Wettbewerbsprojekt und aktueller Stand
- 30. April 2020: Der Siegerentwurf des Brückenwettbewerbs wurde vorgestellt — von Santiago Calatrava, einem renommierten Architekten und Bauingenieur, der eine neue Rheinbrücke als zentrales Element vorsieht. eglisau.ch
- 2022: Der Regierungsrat verabschiedete eine Machbarkeitsstudie zur gesamten Umfahrung inklusive der Anschlussstrecken und beauftragte die Baudirektion damit, darauf basierend eine Kreditvorlage zu erarbeiten. Kanton Zürich
- 2023–2024: Der kantonale Richtplan wurde angepasst, damit die neue Linienführung (basierend auf dem Wettbewerb und der Machbarkeitsstudie) festgelegt werden kann. Projektunterlagen («Vorprojekt Light») mit Tunnels, Brücke und flankierenden Massnahmen wurden öffentlich aufgelegt. eglisau.ch+1
Projektidee und Kosten
Das aktuelle Projekt sieht vor:
- Ca. 4,4 km neue Umfahrungsstrasse, die den Verkehr aus dem Ortszentrum herausführt.
- Zwei Tunnelabschnitte (Nord und Süd) und eine neue Rheinbrücke als sichtbares Kernelement.
- Die Strasse soll weitgehend unterirdisch verlaufen, um Siedlungsgebiete und Schutzobjekte zu schonen. Kanton Zürich
Die geschätzten Kosten beliefen sich ursprünglich auf mehrere hundert Millionen Franken (eine frühere Schätzung für die Brücke lag bei ~275 Mio. CHF), sind aber in der aktuelleren Projektphase auf rund 580 Mio. CHF gestiegen. Ein Baustart ist frühestens ab 2037 realistisch vorgesehen, da politische Beschlüsse, Richtplanänderungen und Kreditgenehmigungen noch ausstehen. Kanton Zürich+1
Herausforderungen und Diskussion
- Schutz von Landschaft, Natur und Kulturgütern: Rheinlandschaft und das historische Eisenbahnviadukt sind geschützt, was die Planung kompliziert und gewisse Varianten ausschliesst. Kanton Zürich
- Umwelt- und Klimadebatten: Teile der Bevölkerung und politische Gruppen (z. B. Grüne) kritisieren das Projekt als nicht klimafreundlich und fordern Verkehr auf Schiene statt Strasse. radiomunot.ch
- Finanzierung und Zeitplan: Die hohen Kosten und der lange Zeithorizont (politische Prozesse, Bewilligungen, Baustart frühestens 2037) sind zentrale Themen der Debatte. Kanton Zürich