Hausärztliche Praxis bei der Spitex Organisation, dann doch nicht….! 👩‍⚕️👨‍⚕️

Eine Hausarztpraxis entsteht – gegen politische Blockaden

Als die Versorgung fast wegbrach

2022 war die hausärztliche Versorgung in Eglisau, Wil, Wasterkingen und Hüntwangen faktisch nicht mehr gesichert. Zwei Hausärzte gingen in Pension, Nachfolgelösungen scheiterten. Die letzte Praxis im Gebiet verhängte einen Aufnahmestopp. Neue Patientinnen und Patienten wurden abgewiesen.

Diese Entwicklung kam nicht überraschend. Die Spitex am Rhein (SaR), seit Jahren zentrale Akteurin in der ambulanten Versorgung und Partner mit Leistungsvereinbarung der Gemeinden Eglisau, Hüntwangen, Wil und Wasterkingen, wies früh auf die Folgen hin – insbesondere für ältere und chronisch kranke Menschen. Gleichzeitig lagen die demografischen Fakten offen: Bis 2040 wird der Anteil der über 65-Jährigen im Zürcher Unterland um rund 70 Prozent steigen.

Die Versorgungslücke war bekannt. Gehandelt wurde politisch trotzdem nicht. 🌧️😑

Eine Lösung lag bereit 💡❤️

Der Vorstand der SaR entwickelte gemeinsam mit der Geschäftsleitung einen pragmatischen Vorschlag: Ergänzung der bestehenden Pflegeleistungen durch eine gemeinnützig organisierte Hausarztpraxis, lokal verankert und fachlich abgestützt.

Eine Machbarkeitsstudie und ein detaillierter Businessplan (2022) bestätigten: Das Projekt war notwendig, realistisch und finanzierbar. Es fehlte weder an Konzepten noch an Fachwissen – sondern an politischem Willen.

Politische Blockade statt Verantwortung 🚧🛑

An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 10. November 2022 sollte mit einer Statutenanpassung der Weg für die Umsetzung freigemacht werden. Der Antrag wurde abgelehnt – nach politischen Interventionen aus dem kommunalen Umfeld, auch und sehr energisch durch die Gemeindepräsidenten von Eglisau und Wil.

Damit wurde eine umsetzungsreife Lösung verhindert, obwohl der Versorgungsnotstand unbestritten war und Gemeinden gesetzlich mitverantwortlich für die medizinische Grundversorgung sind. Diese Voten führten zu einer dreijährigen, völlig unnötigen Verzögerung!

Dennoch ist löblich zu erwähnen: die Verantwortlichen der Gemeinde Wil welche das Vorhaben in der Umsetzung dann nicht nur ideell unterstützt haben, sondern auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt haben.

Dies hätten wir uns auch von der Gemeinderätin des Ressorts Gesellschaft der Gemeinde Eglisau aber auch von den Gemeinden Hüntwangen und Wasterkingen erhofft.

Das Ergebnis: Stillstand – mit absehbaren Konsequenzen für die Bevölkerung.

Wenn die Bevölkerung einspringen muss 🩹

Dass die hausärztliche Versorgung dennoch gesichert werden konnte, ist nicht staatlichem Handeln zu verdanken. Es ist das Resultat privaten Engagements.

Ein Initiativkomitee aus Eglisau übernahm Verantwortung, mobilisierte finanzielle Mittel und setzte um, was politisch blockiert worden war. Als Finanzverantwortlicher der BaMed AG habe ich, dieses Projekt aktiv mit ermöglicht. Stark ist man nur im Team, nicht mit Toll Ein Andrer Machts zu verwechseln und nur wenn alle die gleiche Vision haben und etwas für die Bevölkerung in unserer Gemeinde bewegen möchten. An dieser Stelle darf ich gerne die Mitinitianten/innen nennen und mich bei Ihnen herzlich ❤️ bedanken; Frau Dr. med. Christina Kuhn, Helen Hangartner, Peter Bär.

Es wurden Partizipanten und Darlehensgeber gesucht und zahlreich gefunden. Herzlichen ❤️ Dank an ALLE unterstützenden Bürger!

Am 10. März 2025 nahm die Hausarztpraxis BaMed AG ihren Betrieb auf.

Ein Erfolg – und ein Warnsignal ⚠️🚨

Der erfolgreiche Start der BaMed AG ist ein Gewinn für die Bevölkerung. Er ist aber kein Beweis funktionierender Gesundheitspolitik, sondern ein Warnsignal.

Denn diese Geschichte zeigt:

  • Versorgungslücken sind früh erkennbar.
  • Lösungen liegen oft bereit.
  • Gescheitert wird nicht an Geld oder Know-how, sondern an politischer Entscheidungsunfähigkeit. (lesen Sie auch den Beitrag: Vom Reden und Handeln)

Gesundheitspolitik darf nicht erst reagieren, wenn Matthäus am Letzten ist. Sie muss handeln, wenn Lösungen möglich sind.
Davon bin ich überzeugt, dafür setze ich mich ein!

Beste Grüsse

Peter Bolli

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