Integrierte Gesundheitsversorgung für mehr Lebensqualität und Effizienz

Die Krankenkassen sind in den letzten beiden Jahren um 15 Prozent in die Höhe geschossen, während die Löhne kaum vom Fleck kamen. Selbst wenn eine vierköpfige Familie ein HMO- oder Hausarztmodell wählt, zahlt sie heute mehr als 1000 Franken pro Monat für die Krankenkasse. Das ist für viele Haushalte nicht mehr tragbar. (Zitat Verteilungsbericht UBS 2024)
Deshalb sind neue Ansätze in der Gesundheitsversorgung, welche die Kosten besser kontrollierbar halten dringend anzugehen.
Ein Ansatz dazu könnte die integrierte Versorgung sein.

Integrierte Versorgung; ein Gesundheitssystem der nahen Zukunft?

Integrierte Gesundheitsversorgung – die Idee kurz erklärt.

In der integrierten Gesundheitsversorgung sollen verschiedene Organisationen und Fachpersonen im Gesundheitswesen sehr eng zusammenarbeiten. Dazu gehören zum Beispiel Hausärztinnen und Hausärzte, Spitäler, Spitex, Alters- und Pflegeheime, Pflege zu Hause, Therapie, soziale Dienste, Versicherungen und nicht zuletzt die Gemeinden.
Ziel ist es, Patientinnen und Patienten gut und ohne Unterbrüche in einer auf die zukünftigen Anforderungen ausgerichteten Versorgungskette zu begleiten und zu betreuen.

Dieser Ansatz ist besonders wichtig für Menschen mit chronischen Krankheiten oder mehreren Gesundheitsproblemen. Durch eine gute Abstimmung sollen Doppeluntersuchungen vermieden, die Behandlung verbessert und die bürokratischen Arbeiten auf das absolut notwendige reduziert werden. Digitale Hilfsmittel wie das elektronische Patientendossier etc. könnten bei letzterem helfen.

In der Schweiz gibt es viele regionale Modelle der integrierten Versorgung, zum Beispiel Ärztenetze oder koordinierte Behandlungsprogramme. Die Zusammenarbeit ist jedoch nicht immer einfach, weil das Gesundheitssystem föderal organisiert ist und verschiedene Finanzierungsmodelle bestehen.

Warum integrierte Versorgung?

Integrierte Versorgung kann helfen, die Effizienz der Gesundheitsorganisationen zu steigern, das Wohlbefinden der Klienten und Klientinnen zu fördern, die Kommunikationswege zu vereinfachen, die Kosten besser kontrollieren und/oder wenn immer möglich ganz zu verhindern,
weil,
✔️ Menschen seltener im Spital landen,
✔️ weniger unnötige Untersuchungen stattfinden und
✔️ Betreuung besser geplant und abgestimmt werden kann.
Je nach Modell können die Kosten deutlich tiefer sein als bei der Versorgung wie sie heute stattfindet.

Wichtig ist:
👉 Die Einsparungen entstehen nicht durch weniger Pflege oder Betreuung, sondern durch bessere Organisation und Zusammenarbeit.

Wie könnte integrierte Gesundheitsversorgung organisiert werden?

1. Feste Ansprechstelle (Koordination) z. Bsp. eine Koordinationsstelle angeboten durch die Gemeinde / ausgeführt z. Bsp. durch die Spitex / Sozialen Dienste
2. Zusammenarbeit in Netzwerken z. Bsp. Gemeinden, AZW-Kleeblatt, Spital Bülach, Hausärzte in Eglisau und Region als zusammengefasstes Netzwerk
3. Gemeinsame Behandlungspläne z. Bsp. koordiniert durch Spital, Spitex, Alters- und Pflegeheime der Region
4. Nutzung digitaler Hilfsmittel z. Bsp. gestützt durch ein elektronisches Patientendossier, unterstützt durch IT Anwendungen
5. Neue Finanzierungsmodelle z. Bsp. durch vereinfachte Abrechnungs- und Taxmodelle
6. Regionale Lösungen z. Bsp. Region Zürcher Unterland Versorgungskreis

Kurz gesagt

Integrierte Versorgung funktioniert am besten, wenn
✔️ jemand koordiniert,
✔️ alle zusammenarbeiten,
✔️ Informationen geteilt werden und
✔️ die Finanzierung, Zusammenarbeit unterstützt.

Wer soll das tun?
Im Volksauftrag könnten/müssten die verantwortlichen Gemeinden der Region wegweisend tätig werden.

Und für unsere Stadt, wie sieht es da aus?

In der Gemeinde Eglisau wird das Konzept der «integrierten Versorgung» immer wichtiger, insbesondere in Anbetracht der demografischen Veränderungen und der steigenden Zahl von älteren Menschen. Die Idee hinter der integrierten Versorgung ist es, verschiedene Gesundheits- und Sozialdienste so miteinander zu verknüpfen, dass die Bürger, insbesondere die betagten Menschen, eine umfassende und nahtlose Betreuung erhalten. (oben erwähnt)
Hier werfen wir einen Blick darauf, was in Eglisau bereits vorhanden ist, wo es noch Lücken gibt und welche Vorteile eine integrierte Versorgung für alle Beteiligten mit sich bringt.

Bereits vorhandene Angebote:

In Eglisau sind die Spitex am Rhein und das Alters- und Pflegeheim AZW zentrale Akteure im Auftrag der Gemeinde in der Gesundheitsversorgung. Die Spitex bietet eine Vielzahl von Dienstleistungen an, die es den Menschen, jung und alt, ermöglichen, in ihrem eigenen Zuhause zu bleiben, während sie die notwendige Unterstützung erhalten. Dazu gehören Pflegeleistungen, hauswirtschaftliche Hilfen und Beratungen. Diese Dienste sind für viele ältere Menschen und deren Angehörige von unschätzbarem Wert, da sie die Lebensqualität erhöhen und die Selbstständigkeit fördern.

Das Alters- und Pflegeheim AZW hingegen bietet stationäre Lösungen für diejenigen, die eine intensivere Pflege benötigen. Hier wird nicht nur auf die körperlichen Bedürfnisse der Bewohner geachtet, sondern auch auf ihre sozialen und emotionalen Bedürfnisse. Die Mitarbeiter im AZW sind geschult und engagiert, um den Bewohnern ein würdevolles und erfülltes Leben zu ermöglichen.

Wo bestehen noch Lücken?

Trotz dieser wertvollen Angebote gibt es in Eglisau noch einige Lücken in der integrierten Versorgung. Ein grosser Bereich ist die Koordination zwischen den verschiedenen Dienstleistern. Oftmals wissen die Angehörigen nicht, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt oder wie sie diese in Anspruch nehmen können. Hier wäre eine zentrale Anlaufstelle oder eine bessere Vernetzung der bestehenden Angebote hilfreich.

Ein weiterer Aspekt ist die frühzeitige Prävention und Gesundheitsförderung. Es gibt zwar einige Programme, die sich mit der Gesundheit älterer Menschen befassen, jedoch fehlt es oft an Angeboten, die jüngere Generationen ansprechen und ein Bewusstsein für gesunde Lebensweisen schaffen. Eine integrierte Versorgung könnte auch präventive Maßnahmen fördern, die darauf abzielen, Krankheiten und Pflegebedürftigkeit vorzubeugen.

Die Rolle der Gemeinde:

Die Gemeinde Eglisau hat die Aufgabe, die Rahmenbedingungen für eine integrierte Versorgung zu schaffen. Dazu gehört die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Anbietern, die Unterstützung von Informationsveranstaltungen für die Bürger und die Schaffung eines Netzwerks, das den Austausch und die Koordination der Dienstleistungen erleichtert. Eine aktivere Rolle der Gemeinde könnte dazu beitragen, die vorhandenen Lücken zu schliessen und die Angebote für die Bürger verständlicher und zugänglicher zu machen.

Nutzen der integrierten Versorgung:

Die Vorteile einer integrierten Versorgung sind vielfältig. Für die Bürger, insbesondere für ältere Menschen, bedeutet sie eine bessere Betreuung und Unterstützung in ihrem Alltag. Sie können länger in ihrem gewohnten Umfeld leben und erhalten die Hilfe, die sie benötigen, ohne dass sie sich um die Organisation kümmern müssen. Dies führt nicht nur zu einer höheren Lebensqualität, sondern auch zu einem Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit.

Für die Steuerzahler ist eine integrierte Versorgung ebenfalls von Vorteil. Durch die frühzeitige Intervention und die Förderung von Selbstständigkeit können langfristig Kosten im Gesundheitswesen gesenkt werden. Wenn Menschen länger gesund und aktiv bleiben, sinkt der Bedarf an teuren stationären Pflegeplätzen und die Belastung des Gesundheitssystems wird verringert.

Insgesamt bietet die integrierte Versorgung in Eglisau die Chance, die Gesundheits- und Sozialdienste so zu gestalten, dass sie den Bedürfnissen der Bürger gerechter werden. Mit einer stärkeren Zusammenarbeit, einer besseren Koordination und einem Fokus auf Prävention können wir sicherstellen, dass alle Bürger, insbesondere die älteren Menschen, die Unterstützung erhalten, die sie verdienen.

Wenn Sie zum Thema diskutieren möchten dürfen Sie mich gerne per Mail oder im Blog anschreiben.

Besten Dank für Ihr Interesse

Peter Bolli 20.01.2026

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