Der tiefe Fall …! / …. eine grosse Chance …?

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Volksmund:
Heute stehen wir am Abgrund, morgen sind wir einen Schritt weiter!
Stehen wir heute am Abgrund, sind wir morgen einen Schritt weiter?
Was ist hier die Frage?

Bericht zum Gemeinderanking 2026 – Gemeinde Eglisau

Ausgangslage

Der vorliegende Bericht fasst die Ergebnisse des Gemeinderankings 2026 fĂŒr die Gemeinde Eglisau zusammen. Die Auswertung basiert auf einer Studie des Beratungsunternehmens IAZI, die im Auftrag von BILANZ durchgefĂŒhrt wurde. Insgesamt wurden 966 Schweizer Gemeinden anhand von 56 Kriterien analysiert, darunter unter anderem Steuern, Wohn- und LebensqualitĂ€t, MobilitĂ€t, Arbeitsmarkt, Sicherheit sowie infrastrukturelle Faktoren.

Das Gemeinderanking 2026 zeichnet fĂŒr die Gemeinde Eglisau ein deutliches und in dieser Form bemerkenswertes Bild. Innerhalb von nur zwei Jahren fĂ€llt die Gemeinde im Gesamtranking massiv zurĂŒck und verliert im Vergleich zur letzten vollstĂ€ndigen Erhebung mehrere hundert PlĂ€tze.

Diese Entwicklung ist kein statistisches RandphĂ€nomen, sondern Ausdruck klarer Verschiebungen in zentralen Bewertungsdimensionen. WĂ€hrend einzelne Teilbereiche stabil bleiben oder punktuell Verbesserungen zeigen, können sie die deutlichen RĂŒckgĂ€nge in gewichtigen Kategorien nicht kompensieren.

Das Gemeinderanking 2026 liefert fĂŒr die Gemeinde Eglisau ein Ergebnis, das kaum Spielraum fĂŒr beschönigende Interpretationen lĂ€sst. Der drastische Absturz im Gesamtranking innerhalb weniger Jahre ist nicht als statistische Schwankung zu verstehen, sondern als klarer Ausdruck einer strukturellen Verschlechterung im Standortprofil.

WĂ€hrend einzelne Teilbereiche isoliert betrachtet noch positive AusschlĂ€ge zeigen, entsteht im Gesamtbild ein deutlich anderes Narrativ: Eglisau verliert in zentralen Standortfaktoren massiv an Boden und rutscht im Vergleich zu frĂŒheren Jahren tief in die hinteren Regionen des Rankings ab.

Der vorliegende Bericht stellt diese Entwicklung konsequent datenbasiert dar und verzichtet bewusst auf Einordnung oder Relativierung. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache – und sie tun dies unmissverstĂ€ndlich.

Zusammenfassung: Daten, Auswertung und VorschlÀge

Daten

Das aktuelle Gemeinderanking 2026 der Schweiz, veröffentlicht von BILANZ und basierend auf einer Analyse des Beratungsunternehmens IAZI, bewertet 966 Schweizer Gemeinden anhand von 56 Kriterien. Zu den Bewertungsdimensionen gehören unter anderem Steuern, WohnqualitÀt, MobilitÀt, Arbeitsmarkt, Sicherheit und LebensqualitÀt.

FĂŒr die Gemeinde Eglisau zeigt das Ranking 2026 einen deutlichen RĂŒckgang gegenĂŒber den Vorjahren.

Entwicklung der Gesamtplatzierung

JahrGesamtrangVerÀnderung zum Vorjahr
2024114–
2025160-46 PlÀtze
2026599-439 PlÀtze
Total VerÀnderung 2024 / 2026-485 PlÀtze

Quelle: IAZI

Innerhalb von nur zwei Jahren verschlechterte sich Eglisau damit um insgesamt 485 PlÀtze (von Rang 114 auf Rang 599).

Entwicklung in den einzelnen Bewertungskategorien

KategorieRang 2025Rang 2026VerÀnderung
Arbeit494195+299 PlÀtze
Immobilien162671-509 PlÀtze
Struktur Bevölkerung94223-129 PlÀtze
Steuern160178-18 PlÀtze
Verkehr512514-2 PlÀtze
Versorgung555558-3 PlÀtze

Quelle: IAZI

Analyse und Auswertung der Daten

Die Ergebnisse zeigen ein gemischtes Bild:

  • Arbeitsmarkt: Die Gemeinde konnte sich deutlich verbessern und erreichte eine Verbesserung um rund 299 PlĂ€tze.
  • Immobilien: Den stĂ€rksten RĂŒckschlag verzeichnet Eglisau im Bereich Immobilien, wo sie in der Platzierung von Rang 162 auf Rang 671 zurĂŒckfiel.
  • Bevölkerungsstruktur: Auch hier ist eine deutliche Verschlechterung um 129 PlĂ€tze zu beobachten.
  • Steuern, Verkehr und Versorgung: Diese Bereiche blieben weitgehend stabil und verĂ€nderten sich nur geringfĂŒgig.
    Dabei sein angefĂŒgt, dass die Werte Verkehr und Versorgung schon in den Vorjahren alles andere als gut waren.

Schlussfolgerung

Die Gemeinde Eglisau hat im Gemeinderanking 2026 einen erheblichen RĂŒckgang erlebt und liegt neu auf Rang 599 von 966 Gemeinden. WĂ€hrend der Bereich Arbeit eine markante Verbesserung zeigt, konnten die starken Einbussen insbesondere im Bereich Immobilien sowie die Verschlechterung der Bevölkerungsstruktur den positiven Effekt nicht ausgleichen. Insgesamt weist das Ranking auf eine deutlich schwĂ€chere Gesamtbewertung der Gemeinde gegenĂŒber den Vorjahren hin.
Quelle: BILANZ, Gemeinderanking 2026; Analyse des Beratungsunternehmens IAZI.

Das Gemeinderanking 2026 liefert fĂŒr Eglisau kein missverstĂ€ndliches Ergebnis, sondern eine ziemlich eindeutige Ansage: Der Standort hat innerhalb kurzer Zeit (zwei Jahren) massiv an Boden verloren und findet sich im Vergleich zu frĂŒheren Jahren weit hinten im Feld wieder.

Die wenigen positiven Ausreisser – etwa im Arbeitsmarkt – wirken dabei eher wie statistische Fussnoten als wie echte Gegenargumente. Denn sie Ă€ndern nichts daran, dass zentrale Standortfaktoren gleichzeitig und deutlich nach unten zeigen. Besonders im Immobilienbereich und in der Bevölkerungsstruktur entsteht ein Bild, das sich nicht wegdiskutieren lĂ€sst.

Unterm Strich bleibt ein Ranking, das mehr Fragen offenlĂ€sst, als man es sich vielleicht wĂŒnschen wĂŒrde: Eglisau ist im Standortvergleich nicht einfach zurĂŒckgefallen, sondern regelrecht durchgereicht worden.

Woran kann das liegen?

Es könnte beispielsweise bedeuten:

  • Arbeitsmarkt: Verbesserungen wie niedrigere Arbeitslosigkeit, mehr BeschĂ€ftigung oder eine höhere Zahl offener Stellen.
  • Immobilien: Sinkende AttraktivitĂ€t des Immobilienmarktes, etwa durch höhere LeerstĂ€nde, fallende Preise, geringe BautĂ€tigkeit oder schlechtere Erschwinglichkeit, verschobene und/oder nicht realisierte Bauprojekte (Ortsdurchfahrt, Umfahrung) usw.
  • Bevölkerungsstruktur: Eine ungĂŒnstigere demografische Entwicklung, z. B. Alterung der Bevölkerung, Abwanderung junger Menschen oder rĂŒcklĂ€ufiges Bevölkerungswachstum.

Der Gemeinderat sollte sich selbst, öffentlich Stellung nehmend, den Auftrag erteilen, die Ursachen zu analysieren, sich die notwenigen Ziele setzen und entsprechende Massnahmen ergreifen um den Trend nachhaltig umzudrehen, denn die Pflege und der Ausbau der wichtigsten Standortfaktoren, so beschreibt es das Ranking, wurden in der letzten Legislatur strĂ€flich vernachlĂ€ssigt. Das Resultat ein regelrechter Absturz, wie uns unmissverstĂ€ndlich vor Augen gefĂŒhrt wird.

Einige wenige VorschlÀge

Hebel fĂŒr mögliche Verbesserungen könnten sein.
Wichtig zu wissen ist dabei:
Ein Teil der Kategorien (z. B. Steuern oder Immobilienpreise, grosse Bauprojekte) sind nur begrenzt kurzfristig steuerbar, andere Bereiche dagegen schon eher.

1. Immobilien & Wohnungsmarkt stabilisieren (grĂ¶ĂŸter Handlungsbedarf)

Der stĂ€rkste RĂŒckgang liegt klar im Bereich Immobilien. Das ist meist ein Mix aus Angebot, Preisniveau und BautĂ€tigkeit. (Lesen sie dazu auch den Beitrag: Wenn Volksvermögen privatisiert wird .., aufgeschaltet am 27.07.2026)

Mögliche Massnahmen:

  • Beschleunigung von Baubewilligungs- und Planungsverfahren
  • Förderung von Innenentwicklung statt Ausdehnung
  • Schaffung von zusĂ€tzlichem Wohnraum fĂŒr mittlere und kleine Einkommen
  • Kooperation mit Investoren fĂŒr durchmischte Wohnprojekte
  • Aktives Monitoring von Leerstand und Wohnungsangebot

2. Bevölkerungsstruktur gezielt verbessern

Ein RĂŒckgang in der Bevölkerungsstruktur deutet oft auf demografische Verschiebungen oder mangelnde ZuzugsattraktivitĂ€t hin.

AnsÀtze:

  • AttraktivitĂ€t fĂŒr junge Haushalte und Familien ausbauen
  • Ausbau von Kinderbetreuung und Schulen
  • Förderung von bezahlbarem Wohnraum
  • Aktive Standortkommunikation (Zuzugspolitik statt Zufall)

3. Arbeitsmarkt stÀrken und verstetigen

Hier ist Eglisau zwar besser geworden, aber der Effekt ist isoliert und sollte ausgebaut werden.

Hebel:

  • Förderung von lokalen KMU und Gewerbezonen
  • Verbesserung der Erreichbarkeit fĂŒr Pendler
  • UnterstĂŒtzung von Homeoffice-fĂ€higer Infrastruktur (Glasfaser etc.)
  • Ansiedlung von Dienstleistungs- und WissensarbeitsplĂ€tzen (Firmen in den Segmenten: KI, Datenspeicher, Rechenzentren, Engeriespeicher-Unternehemen usw.)

4. Verkehr und Versorgung langfristig mitdenken

Auch wenn die Verschlechterung hier gering ist, wir belegen neu Platz 514, bleiben diese Faktoren Standortbasis.

Massnahmen:

  • Optimierung des ÖV-Anschlusses in Spitzenzeiten
  • Verbesserung der letzten Meile (Velowege, Fusswege, Dorfverbindungen ausbauen –> StĂ€dtli- Stampfi – Wiler <-> Seglingen – Tössriedern)
  • Sicherung der Nahversorgung im Ortskern (z. Bsp. selbst fahrende, per It abrufbare, Orts-Busse-Taxis) Lesen Sie dazu auch: «Schnapsidee – oder Geniestreich?

5. Steuern als strategischer Standortfaktor

Die Steuerposition ist relativ stabil, aber im Standortwettbewerb oft entscheidend.
Lesen sie dazu auch: Ist der Steuerfuss in Eglisau zu hoch? BauchgefĂŒhl vs. Bankkonto – Peter Bolli’s Blog

Optionen:

  • PrĂŒfung der WettbewerbsfĂ€higkeit im regionalen Vergleich
  • Transparente Kommunikation des Leistungsangebots der Gemeinde
  • Fokus auf „Wert fĂŒr Steuerfranken“ statt nur Steuerfussdiskussion
    Gemeint ist das Preis-Leistungs-VerhÀltnis der Steuern:
    Hoher Wert fĂŒr Steuerfranken: Die Gemeinde bietet im VerhĂ€ltnis zur Steuerbelastung viele oder qualitativ gute öffentliche Leistungen
    (z. B. gute Schulen, Infrastruktur, Sicherheit, Freizeitangebote, effiziente Verwaltung).
    Niedriger Wert fĂŒr Steuerfranken: Die Steuerbelastung ist im VerhĂ€ltnis zu den erhaltenen Leistungen vergleichsweise hoch oder die Leistungen werden als weniger attraktiv oder effizient bewertet.
    Ein einfaches Beispiel: Gemeinde A verlangt relativ tiefe Steuern und bietet gleichzeitig gute Schulen, einen gut ausgebauten öffentlichen Verkehr und eine effiziente Verwaltung
    → hoher Wert fĂŒr Steuerfranken.
    Gemeinde B verlangt Àhnlich hohe oder höhere Steuern, bietet aber weniger oder schlechter bewertete öffentliche Leistungen
    → geringer Wert fĂŒr Steuerfranken.
    Wichtig ist, dass dieser Wert nicht nur die Höhe der Steuern misst, sondern die Relation zwischen Steuerbelastung und den dafĂŒr erhaltenen öffentlichen Leistungen.
    Es handelt sich daher um eine Bewertung der Effizienz und AttraktivitÀt der öffentlichen Ausgaben aus Sicht der Steuerzahlenden.

(KI-Anfrage)
Gibt es solche Bewertungen in der Schweiz?

(KI-Antwort)
Ja, solche Bewertungen sind in der Schweiz durchaus bekannt und werden regelmĂ€ĂŸig veröffentlicht.
Sie sind vor allem bei der Beurteilung der AttraktivitÀt von Gemeinden und Kantonen relevant.
Zu den bekanntesten Beispielen gehören:
UBS veröffentlicht regelmĂ€ĂŸig Studien zur StandortattraktivitĂ€t, die unter anderem Steuerbelastung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen berĂŒcksichtigen.
Credit Suisse (heute Teil von UBS) veröffentlichte lange den StandortqualitÀtsindikator (SQI), der Faktoren wie Steuerbelastung, Erreichbarkeit und FachkrÀfteangebot kombiniert.
PwC Schweiz und andere Beratungsunternehmen erstellen Analysen zur WettbewerbsfÀhigkeit von Kantonen und Gemeinden.
Verschiedene Medien, insbesondere die Handelszeitung und die Weltwoche, veröffentlichen regelmĂ€ĂŸig Gemeinde- oder Kantonsrankings.
Dort taucht hĂ€ufig auch der Begriff „Wert fĂŒr Steuerfranken“ auf.
Der „Wert fĂŒr Steuerfranken“ ist keine amtliche Kennzahl, sondern ein Index.
(KI-Antwort ende)

Das Ziel ist es zu beantworten: „Wie viel öffentliche Leistung erhalten Einwohnerinnen und Einwohner fĂŒr ihren Steuerfranken?“

Abschliessendes Votum:

Die Daten zeigen kein einzelnes Problem, sondern eine Kombination aus strukturellen SchwĂ€chen in Wohnen und Demografie. Kurzfristige kosmetische Massnahmen reichen nicht aus. Entscheidend wĂ€re eine integrierte Standortstrategie, die Wohnen, Bevölkerungsentwicklung und Arbeitsmarkt gleichzeitig adressiert – sonst bleibt die Dynamik im Ranking negativ.

Schlussgedanke

Mut zur VerÀnderung

Das Gemeinderanking 2026 zeigt fĂŒr Eglisau eine Entwicklung, die ernst genommen werden sollte. Der Verlust von 485 PlĂ€tzen innerhalb von zwei Jahren ist ein deutliches Signal dafĂŒr, dass sich zentrale Standortfaktoren verschlechtert haben. Besonders betroffen sind die Bereiche Immobilien und Bevölkerungsstruktur, wĂ€hrend sich der Arbeitsmarkt erfreulicherweise positiv entwickelt hat.

Der Gemeinderat wird deshalb eingeladen und tut gut daran,

  • die Ursachen des markanten RĂŒckgangs vertieft zu analysieren und der Bevölkerung transparent darzulegen,
  • eine umfassende Standortanalyse zu erarbeiten, welche die StĂ€rken und SchwĂ€chen Eglisaus objektiv aufzeigt,
  • daraus eine langfristige Standortstrategie mit messbaren Zielen und konkreten Massnahmen abzuleiten,
  • die Entwicklung der wichtigsten Standortindikatoren regelmĂ€ssig zu ĂŒberprĂŒfen und ĂŒber die erzielten Fortschritte zu berichten.

Im Zentrum sollten dabei insbesondere die AttraktivitĂ€t des Wohnstandorts, eine ausgewogene Bevölkerungsentwicklung, ein vielfĂ€ltiges Wohnungsangebot, die Förderung des lokalen Gewerbes sowie ein ĂŒberzeugendes VerhĂ€ltnis zwischen Steuerbelastung und den dafĂŒr erbrachten öffentlichen Leistungen stehen.

Rankings sind keine Selbstzwecke. Sie spiegeln jedoch wie ein Standort von aussen wahrgenommen und bewertet wird. Der deutliche RĂŒckgang sollte deshalb nicht relativiert, sondern als Chance verstanden werden, bestehende SchwĂ€chen offen anzusprechen und gezielt Verbesserungen einzuleiten.

Eglisau verfĂŒgt nach wie vor ĂŒber zahlreiche QualitĂ€ten. Mit einer klaren Strategie, konsequentem Handeln und einer offenen Kommunikation kann die Gemeinde ihre AttraktivitĂ€t nachhaltig stĂ€rken und verlorenes Vertrauen zurĂŒckgewinnen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die notwendigen Weichen fĂŒr eine positive Entwicklung in die Zukunft zu stellen.

Die Bevölkerung erwartet Antworten – und vor allem Lösungen. Das Gemeinderanking ist deshalb nicht als Kritik zu verstehen, sondern als Auftrag, Eglisau gemeinsam wieder zu den attraktivsten Gemeinden der Schweiz zu entwickeln.

In diesem Sinne, habt alle eine gute Zeit, bleibt gesund und habt immer nette Leute um Euch.

Peter Bolli

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