Aus der Serie: Der Stammtisch
Eine erfundene Stammtischgeschichte. Die politischen Vorwürfe gehören den Figuren; die sachlichen Eckpunkte entsprechen dem Stand vom 9. Oktober 2026.
Die 13. AHV: Zum Leben bestellt, zum Problem erklärt
Ein aufgebrachter Abend im «Faden Hirschen zum Rhein»
Am Donnerstagabend lag im «Faden Hirschen zum Rhein» eine Zeitung auf dem runden Holztisch. Daneben hatte Franz seinen Kassenzettel ausgebreitet. Es sah aus, als wolle er der Zeitung beweisen, dass die Wirklichkeit ohne ihre Zustimmung teurer geworden war.
«Schon wieder AHV», sagte Hans Heiri.
«Schon wieder Finanzierung», präzisierte Ernst.
Ursula zog den Stuhl zurück. «Dann bestellt mir etwas Starkes.»
Öl, der Wirt, griff nach einer Flasche.
«Eine verlässliche Altersvorsorge», ergänzte sie.
Öl stellte die Flasche zurück. «Das führen wir nicht. Die Lieferfrist ist unbekannt.»
Kurt lachte. Marcel nicht. Er hatte die Schlagzeile gelesen.
Die 13. AHV: Das Volk bestellt, die Politik sucht den Rechnungsempfänger
«Die erste Auszahlung kommt im Dezember 2026», sagte Ernst. «Darüber müssen wir nicht mehr abstimmen. Am 29. November geht es um die zusätzliche Mehrwertsteuer zur Finanzierung der 13. AHV, oder zumindest um einen kleinen Teil davon»
«Das weiss ich», erwiderte Ursula. «Mich macht etwas anderes wütend: Wir haben entschieden. Und seither bekommen wir dauernd vorgeführt, wie schwierig unser Entscheid angeblich umzusetzen sei.»
Hans Heiri hob den Finger. «Eine Volksabstimmung druckt keine Banknoten.»
«Ein Parlament auch nicht», sagte Kurt. «Aber es könnte eine Finanzierung beschliessen, die mehr ist als die nächste halbe Lösung.»
Ernst rückte die Zeitung gerade. «Vorgesehen ist, den normalen Mehrwertsteuersatz von 8,1 auf 8,5 Prozent zu erhöhen. Frühestens ab 2028. Das deckt einen Teil der Mehrkosten.»
«Einen Teil», wiederholte Franz. «Wenn ich dem Viehhändler einen Teil einer Kuh liefere, wird er ungemütlich.»
«Ich habe die Nase voll», sagte Ursula. «Von den immer gleichen Warnungen, den Parteikämpfen, den neuen Rechnungen. Erst sollen wir abstimmen. Danach sollen wir uns offenbar schuldig fühlen, weil wir Ja gesagt haben.»
Kurt schlug mit der flachen Hand auf den Tisch.
«Für mich ist das politischer Unwille. Nicht bei jedem einzelnen Politiker. Aber bei denen, die unseren Entscheid lieber als Problem verwalten, als ihn im Namen des Volkes vernünftig umzusetzen. Als müssten wir erst mürbe werden, bis wir unsere zusätzliche Rente selber bereuen.»
«Du kannst ihnen das Motiv nicht beweisen», wandte Ernst ein.
«Nein. Aber sie könnten durch ihr Handeln dafür sorgen, dass dieser Eindruck verschwindet.»
Öl kam mit den Gläsern.
«Wenn ein Gast bestellt», sagte er, «erkläre ich ihm nachher auch nicht zwei Jahre lang, wie unvernünftig sein Hunger war.»
Ursula deutete auf die Zeitung.
«Und dann die Mehrwertsteuer. Man gibt den Leuten eine zusätzliche Rente und hält beim Einkaufen wieder die Hand hin.»

Das Bild ist aus dem Berichtstext mit KI generiert / PBo
«Die Reichen bezahlen ebenfalls», sagte Hans Heiri.
«Natürlich», erwiderte Marcel. «Wer mehr steuerpflichtige Dinge kauft, kann in Franken mehr bezahlen. Aber die gleiche Steuer nimmt einem knappen Einkommen viel mehr Luft. Wer fast alles für den Alltag braucht, kann kaum ausweichen. Wer viel zurücklegen kann, muss dieses Geld vorerst gar nicht ausgeben.»
«Die Armen und Ärmsten bezahlen die grösste Zeche an Lebensspielraum», sagte Ursula. «Nicht unbedingt die höchste Summe auf dem Steuerzettel. Aber den härtesten Verzicht.»
Ernst nickte. «Der reduzierte Satz, etwa für Lebensmittel und Medikamente, soll allerdings nicht steigen.»
«Gut», sagte Ursula. «Aber eine kaputte Waschmaschine wird damit nicht zur Luxusanschaffung. Schuhe für die Kinder auch nicht. Und Familien mit kleinen Löhnen bezahlen mit, obwohl sie noch keine Altersrente erhalten.»
Sie nahm einen Schluck.
«Ich weiss, dass mir die dreizehnte Rente trotzdem hilft. Genau deshalb will ich sie. Aber man muss doch fragen dürfen, weshalb bei der Finanzierung so schnell die Kasse im Laden gefunden wird und so schwer eine gerechtere Lastenverteilung.»
Hans Heiri sah auf seine Hände.
«Das», sagte er schliesslich, «ist wenigstens eine Frage, die man nicht mit dem Wort Eigenverantwortung erledigen kann.»
Marcel zog die Zeitung wieder zu sich. «Da steht: über vier Milliarden Aufwand. Warum steht daneben eigentlich nie, was dieses Geld bewirken kann?»
«Weil es eine Ausgabe der AHV ist», sagte Ernst.
«Und eine Einnahme für Menschen», erwiderte Ursula. «Ich kenne in meinem Umfeld keinen Rentner mit knappem Budget, der die zusätzliche Rente aufs Sparkonto legt. Die einen bezahlen offene Rechnungen. Andere ersetzen endlich den kaputten Kühlschrank, kaufen eine Winterjacke oder gönnen sich wieder einmal einen Ausflug. Wer das Geld nicht braucht, kann es sparen. Wer es braucht, hat längst eine Verwendung dafür.»
Hans Heiri nickte. «Eine Reparatur, die sich jemand endlich leisten kann, ist für meine Werkstatt ein Auftrag.»
«Für den Laden Umsatz», ergänzte Franz.
«Und bei mir», sagte Öl, «vielleicht ein Mittagessen mit den Enkeln, das sonst ausgefallen wäre.»
Marcel tippte auf die Zahl. «Die dreizehnte AHV kann also auch wie ein Konjunkturprogramm wirken. Gerade bei kleinen Renten fliesst zusätzliches Geld häufig rasch in den Alltag zurück. Es stützt Nachfrage und Betriebe. Daraus können wiederum Beschäftigung, Einkommen und Steuereinnahmen entstehen.»
«Und die zusätzliche Rente ist grundsätzlich selbst steuerpflichtiges Einkommen», ergänzte Ernst. «Nur sollten wir nicht so tun, als finanziere sich die ganze Ausgabe dadurch selbst. Entscheidend ist auch, woher das Geld kommt: Höhere Abgaben können andernorts Kaufkraft wegnehmen. Ein Teil wird gespart oder für Importe ausgegeben.»
«Dann rechnet beides ehrlich», sagte Ursula. «Die Kosten und den Nutzen. Aber hört auf, vier Milliarden so darzustellen, als würde man sie im Rhein versenken.»
Kurt hob sein Glas. «Wohlstand erhält man auch dadurch, dass Menschen am wirtschaftlichen Leben teilnehmen können. Eine Rente, die nur fürs Überleben reicht, lässt dem örtlichen Gewerbe wenig übrig.»
Öl nahm die Zeitung vom Tisch. «Merkwürdig. Wenn die Leute konsumieren sollen, sind sie die Stütze der Wirtschaft. Wenn man ihnen das Geld dafür gibt, sind sie plötzlich nur noch ein Kostenfaktor.»
Länger arbeiten: Der Rücken hat die Botschaft nicht gelesen
Franz schob die Zeitung zu Kurt.
«Jetzt bist du dran. Du sollst länger arbeiten.»
«Mein Knie hat leider keine Vernehmlassung eingereicht.»
Ernst erklärte den Entwurf zur AHV 2030: Anreize zum Weiterarbeiten, keine allgemeine Erhöhung des AHV-Referenzalters in dieser Vorlage. Dafür sollte die frühestmögliche Pensionierung in der Pensionskasse grundsätzlich schrittweise von 58 auf 63 Jahre steigen. Mit Übergangsfrist und Ausnahmen.
«Noch ein Vorschlag», betonte er.
Kurt streckte sein Bein unter dem Tisch aus.

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«Wer gern weiterarbeitet und kann, soll das tun. Aber Politik muss auch die sehen, die morgens bereits erschöpft aufstehen. Die Pflegehelferin, den Bauarbeiter, die Verkäuferin, die den ganzen Tag steht.»
«Frühpensionierung muss man sich ohnehin leisten können», sagte Ursula.
«Eben», erwiderte Kurt. «Und statt sie für erschöpfte Menschen erreichbar zu machen, diskutieren wir, wie wir die Tür später öffnen.»
Hans Heiri dachte an einen älteren Mechaniker in seiner Werkstatt.
«Der braucht mit sechzig keine Motivationsbroschüre», sagte er. «Der braucht eine Aufgabe, die seine Schultern noch mitmachen.»
«Und wenn es diese Aufgabe nicht gibt?», fragte Marcel.
Hans Heiri antwortete nicht sofort.
Franz nahm seinen Kassenzettel zurück.
«Manche planen das Rentenalter offenbar wie das Haltbarkeitsdatum einer Konservendose. Einfach neu beschriften. Der Inhalt wird schon mitmachen.»
Ehepaarrenten: Zusammenleben mit Mengenrabatt
«Bei Ehepaaren», sagte Ernst, «dürfen die beiden AHV-Renten zusammen höchstens 150 Prozent der maximalen Einzelrente erreichen.»
Ursula legte den Kopf schief.
«Zwei Menschen, zwei Erwerbsleben, zwei Beitragsgeschichten. Und am Schluss sagt der Staat: Gratulation zur Ehe, wir haben Ihre Rechnung zusammengekürzt.»
«Es gibt auch Vorteile für Verheiratete im System», wandte Ernst ein. «Man muss das Ganze anschauen.»
«Unbedingt», sagte sie. «Dann schaut das Ganze an und macht eine nachvollziehbare Regelung. Aber erklärt den Betroffenen nicht einfach, Gerechtigkeit sei leider zu teuer.»
Hans Heiri räusperte sich.

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«Zusammenwohnen spart gewisse Kosten.»
Öl stellte zwei Teller hin.
«Dann berechne ich dir und deiner Frau künftig zweieinhalb Portionen. Ihr habt ja denselben Tisch.»
Kurt grinste. Hans Heiri weniger.
Marcel zeigte auf den Artikel über die Initiative zur Abschaffung der Begrenzung.
«Die einen sprechen von Diskriminierung, die anderen von Milliardenkosten. Beides muss ernsthaft geprüft werden. Aber die Bevölkerung hört vor allem: Für die Lösung Ihres Problems fehlt uns leider das Geld.»
«Ich will nicht bevorzugt werden», sagte Ursula. «Ich will verstehen können, weshalb mein Zivilstand darüber entscheidet, wie viel von meiner berechneten Rente übrig bleibt.»
Ernst zog seinen Notizblock hervor.
«Verständliche Begründung», schrieb er.
«Du wirst ihn heute noch brauchen», sagte Öl.
Pensionskassen: Ein Arbeitsleben mit Versicherungslücken
«Bei der zweiten Säule ist es besonders schön», sagte Kurt. «Da bekommt man zum komplizierten Problem eine noch kompliziertere Erklärung.»
Ernst erinnerte an die abgelehnte BVG-Reform von 2024. Bessere Absicherung für tiefe Löhne, Teilzeit und mehrere Arbeitsstellen blieb ein Thema.
Ursula sah ihn lange an.
«Meine Nachbarin hat Kinder grossgezogen, später ihre Mutter betreut und daneben gearbeitet. Immer etwas. Nie genug um überall ordentlich vorzusorgen. Jetzt hört sie, ihre Rente sei eben das Ergebnis ihrer Erwerbsbiografie.»
«Das klingt», sagte Franz, «als hätte sie ein schlechtes Hobby gehabt.»

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«Ohne ihre Arbeit hätte die Familie Hilfe einkaufen müssen», sagte Ursula. «Aber unbezahlte Fürsorge sieht in der Vorsorgeabrechnung oft aus wie eine persönliche Fehlentscheidung.»
Hans Heiri widersprach. «Bessere Versicherung bedeutet zusätzliche Beiträge. Die fehlen den Leuten heute im Lohn.»
«Richtig», sagte Marcel. «Deshalb reicht es nicht, die Pflicht zum Sparen auszuweiten und sich danach für sozial zu halten. Wer wenig verdient, braucht heute genug zum Leben und morgen genug Rente.»
Kurt beugte sich vor.
«Und jedes Mal, wenn eine Reform kommt, sollen die Leute rechnen: Wie viel mehr bezahle ich? Wie viel bekomme ich dafür? Wer gewinnt sonst noch daran?»
«Das Misstrauen ist gross», sagte Ernst.
«Weil man von ihnen Vertrauen verlangt», erwiderte Ursula, «während sie ihre Einkäufe mit dem Taschenrechner machen.»
Öl blickte auf den Notizblock.
«Schreib: Ein System ist erst dann verständlich, wenn auch die Versicherten wissen, wofür sie bezahlen.»
Kaufkraft: Die Rente bleibt stehen, das Leben geht weiter
Franz hielt seinen Kassenzettel hoch.
«Hier steht kein Umwandlungssatz. Hier steht, was ich bezahlt habe.»
Ernst erläuterte, dass Pensionskassen-Altersrenten nicht allgemein automatisch der Teuerung angepasst werden. Entscheidend seien die finanziellen Möglichkeiten der Kasse. Die Forderung nach einem verbindlichen Ausgleich war politisch umstritten.
«Für mich heisst das», sagte Ursula: «Meine Rente kann gleich bleiben, während sie immer weniger kauft.»
«Ein Ausgleich muss finanziert werden», sagte Hans Heiri.
«Ja», erwiderte sie. «Aber ohne Ausgleich wird der Verlust ebenfalls finanziert. Von mir. Durch Verzicht.»
Für einen Moment war nur das Besteck am Nebentisch zu hören.
«Da liegt der Trick», sagte Kurt leise. «Wenn eine Kasse mehr bezahlen muss, nennt man es Kosten. Wenn eine Rentnerin weniger heizt oder den Besuch bei ihrer Enkelin streicht, nennt man es Anpassung.»
Ernst sah auf.
«Wir müssen trotzdem aufpassen, dass die Erwerbstätigen nicht jede zusätzliche Last übernehmen.»
«Dann hört auf, Jung und Alt gegeneinander aufzustellen», sagte Marcel. «Eine schlecht bezahlte junge Mutter und eine arme Rentnerin haben mehr gemeinsam, als diese Debatten vermuten lassen.»
Franz faltete den Kassenzettel.
«Beide können von einer hervorragenden langfristigen Perspektive keine Rechnung bezahlen.»
Die Frage, die auf keinem Bierdeckel Platz hatte
Öl wollte gerade abräumen, als Ursula fragte:
«Warum tut sich die politische Elite mit dieser Finanzierung eigentlich derart schwer?»

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Niemand machte einen Witz.
Dann sagte Hans Heiri: «Weil jede Lösung jemanden belastet. Und Parteien ihre eigenen Leute schonen wollen.»
«Weil mächtige Interessen besser organisiert sind als Menschen mit kleinen Renten», ergänzte Kurt.
«Und weil ein Kompromiss leichter wird, wenn man die Belastung auf sehr viele kleine Rechnungen verteilt», sagte Marcel.
Ernst drehte den Notizblock zu sich.
«Das sind eure Erklärungen. Keine bewiesenen Absichten.»
«Dann schreiben wir sie als Fragen», sagte Ursula. «Warum wird eine breite Konsumsteuer so schnell zum Ausweg? Warum werden andere Finanzierungsquellen nicht ebenso öffentlich, gründlich und verständlich geprüft? Wer trägt welche Last? Und wer wird geschont?»
Marcel zog einen Bierdeckel heran.
«Und warum sprechen wir immer nur darüber, wie wir das bestehende System nachfüllen? Sollten wir nicht auch ein anderes Finanzierungssystem prüfen?»
Ernst hob die Hand.
«Die AHV lebt überwiegend vom Umlageverfahren: Laufende Einnahmen finanzieren laufende Renten. Aber schon heute kommt das Geld nicht nur aus Lohnbeiträgen. Der Bund und die Mehrwertsteuer tragen ebenfalls bei.»
«Dann könnte man diese Grundlage weiter verändern», sagte Marcel. «Mehr von der gesamten wirtschaftlichen Wertschöpfung erfassen. Gewinne und Kapitaleinkommen prüfen. Eine progressive Finanzierung, die die Leistungsfähigkeit stärker berücksichtigt. Oder eine Mischung mit einem öffentlich verwalteten Reservefonds.»
«Ein Fonds kann Verluste machen», sagte Hans Heiri.
«Und einen vollständigen Wechsel müsste man bezahlen, während die heutigen Renten weiterlaufen», ergänzte Ernst. «Ein neues Etikett schafft noch kein neues Geld.»
«Gut», sagte Ursula. «Dann prüfen wir Risiken, Übergangskosten und Verteilung. Aber ernsthaft. Wir verlangen keine Zauberkasse. Wir verlangen, dass gerechte Alternativen untersucht werden, bevor wieder die kleinen Haushaltsbudgets herhalten.»
Kurt nickte.
«Und die dreizehnte Rente darf während dieser Prüfung nicht erneut zur Verhandlungsmasse werden. Der Volksentscheid steht.»
Öl schob Ernst den Kassenblock hin.
Dieser schrieb:
«Die 13. AHV ist ein Volksauftrag. Ihre Finanzierung ist eine politische Verantwortung. Kleine Einkommen brauchen Schutz. Und neue Wege verdienen eine ehrliche Prüfung.»
Hans Heiri las den Zettel zweimal.
«Das unterschreibe ich.»
«Du auch?», fragte Kurt.
«Ja. Ich bin Unternehmer. Wenn ich einen Auftrag annehme, muss ich irgendwann liefern.»
Draussen lag der Rhein dunkel unter den Fenstern. Am Tisch war der Ärger geblieben, aber aus ihm war eine Forderung geworden.
Öl legte die Rechnung hin.
«Wer bezahlt?», fragte Franz.
«Heute nach dem, was jeder bestellt hat.»
Ursula zog ihr Portemonnaie hervor.
«Und wenn jemand zu wenig hat?»
Öl sah in die Runde.
«Dann helfen die, die können.»
Ernst legte den Stift hin.
«Dafür haben wir jetzt einen ganzen Abend gebraucht.»
«Nein», sagte Öl. «Wir wussten es vorher. Wir mussten es nur wieder laut sagen.»
In diesem Sinne habt alle eine gute Zeit, lasst es Euch gut gehen und habt immer nette Leute um Euch.
Peter Bolli
Sachlicher Hintergrund: Die 13. AHV-Altersrente wird erstmals im Dezember 2026 ausbezahlt, unabhängig vom Ausgang der Finanzierungsabstimmung. Die vorgeschlagene Mehrwertsteuererhöhung betrifft den Normalsatz und den Hotelleriesatz; der reduzierte Satz bleibt unverändert. Die Belastung kleiner Einkommen ist relativ zu ihren finanziellen Möglichkeiten zu verstehen; daraus folgt nicht, dass sie absolut die höchsten Steuerbeträge bezahlen oder dass die 13. Rente ihren Nutzen verliert. Die Massnahmen von AHV 2030 sind noch Vorschläge.
Quellen: Bundesamt für Sozialversicherungen, «13. AHV-Rente: Volksabstimmung über die AHV-Zusatzfinanzierung» und «AHV2030»; BSV zur Ehepaarinitiative und BVG-Reform; Schweizer Personalvorsorge, «Der Ständerat strebt nur eine kleine Reform an», 3. Juni 2026.
Die sachlichen Grundlagen zu Auszahlung und Finanzierung, AHV 2030, Ehepaarrenten und Pensionskassen finden Sie hier. Die stärkere relative Belastung kleiner Einkommen durch die Mehrwertsteuer ist von der Frage zu unterscheiden, wie viel ein Haushalt insgesamt von der 13. Rente profitiert.
https://www.bsv.admin.ch/de/abstimmung-13-ahv-rente?utm_source=chatgpt.com
Dass einkommensschwache Haushalte einen besonders hohen Anteil ihres verfügbaren Einkommens konsumieren, bestätigt auch die KOF.
(Das KOF Institut liefert Daten aus Forschungsergebnissen und Einordnungen, damit sachorientierte Entscheidungen für die Schweiz getroffen werden können.)
Das KOF ist ein Förderverein und gehört zur ETH Zürich
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