Der Bürger zahlt … immer, der Bürger zahlt … alles!

Die Bürger und das kluge Geld (Eine Geschichte wie sie heute überall erzählt werden könnte)

In einer Stadt lebten einst berühmte Bürger, von deren Einfällen man weit und breit erzählte.
Eines Tages stellte der Gemeindepräsident fest, dass immer wieder Geld aus der Stadtkasse verschwand.
„Das muss ein Dieb sein!“, riefen die Bürger empört. „Wir müssen unser Geld besser schützen!“
Nach langem Nachdenken hatte einer von ihnen eine geniale Idee: „Lasst uns das Geld vergraben! Unter der Erde kann es niemand finden.“
Alle waren begeistert. Noch am selben Abend trugen sie die gesamte Stadtkasse hinaus vor die Stadt und vergruben sie sorgfältig unter einem Baum.
Doch schon am nächsten Morgen entstand ein Problem.
„Wo haben wir das Geld vergraben?“, fragte der Gemeindepräsident.
Niemand wusste es mehr genau. Jeder zeigte auf einen anderen Baum, und bald stritten sich die Bürger lautstark.
Schließlich hatte wieder einer eine Idee: „Beim nächsten Mal markieren wir die Stelle!“
Also beschlossen sie, das Geld noch einmal zu vergraben — diesmal aber mit einer Markierung. Sie stellten einen großen Wagen genau über die Stelle.
„So finden wir unser Geld jederzeit wieder!“, sagten sie zufrieden und gingen nach Hause.
In der Nacht jedoch kam ein Wind auf und schob den Wagen ein Stück weiter.
Am nächsten Morgen standen die Bürger ratlos da.
„Seht nur!“, rief einer. „Das Geld ist schon wieder verschwunden!“
Sie beschlossen schließlich, da Geld ohnehin nur Ärger mache —ihr neues Geld in der Stadtkasse zu belassen und lebten fortan genauso arm wie zuvor, aber um eine „kluge“ Erfahrung reicher.
Und so leert sich die Stadtkasse, heute wie zuvor, wie von Geisterhand!

Das Geldsystem

Dieser Beitrag widmet sich einem Thema, das unser tägliches Leben stärker prägt, als es vielen bewusst ist – dem Geldsystem. Geld erscheint uns als selbstverständliches Mittel des Austauschs, als neutrale Größe im Hintergrund unseres wirtschaftlichen Handelns. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass es weit mehr ist als das – es ist ein System mit eigenen Regeln, Dynamiken und Konsequenzen.

Die folgenden Überlegungen stellen eine grundlegende These in den Raum – nämlich, dass unser Geldsystem untrennbar mit der Verschuldung verbunden ist und dass jeder Geldeinheit ein entsprechender Kredit gegenübersteht. Diese Struktur hat weitreichende Auswirkungen – nicht nur auf Staaten und Unternehmen, sondern auf jeden einzelnen Bürger. Sie beeinflusst, wie Vermögen entsteht, wie es verteilt wird und warum sich wirtschaftliche Ungleichgewichte über die Zeit verstärken können.

Im Zentrum steht dabei die Frage, ob ein System, das auf stetigem Wachstum von Schulden und Zinsen basiert, langfristig stabil sein kann. Die Beobachtung historischer Entwicklungen legt nahe, dass solche Systeme zyklisch verlaufen – Phasen des Wachstums werden von Phasen der Korrektur oder sogar des Zusammenbruchs abgelöst. Dabei kommt es häufig zu tiefgreifenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüchen.
(Buchempfehlung: Das Kapital / von Thomas Piketty)

Dieser Bericht versteht sich nicht als abschließende Antwort, sondern als Einladung zum Nachdenken. Er fordert dazu auf, vermeintliche Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen und die Mechanismen zu erkennen, die im Hintergrund wirken. Nur wer die Grundlagen versteht, kann sich eine fundierte Meinung bilden – und möglicherweise auch Wege erkennen wie ein gerechteres und nachhaltigeres System aussehen könnte.

Möge die Lektüre dazu beitragen, Zusammenhänge von neuer Warte aus zu sehen und den Blick für das große Ganze ein wenig zu schärfen.

Der Bürger ist der Souverän .. Wirklich?

Zins und Zinseszins, der Bürger zahlt immer, der Bürger zahlt alles!

Alles Geld, was im Umlauf ist, ist Schuld, Geld entsteht in unserem System, indem jemand einen Kredit aufnimmt. Das bedeutet, allem Geld steht ein Kredit gegenüber und umgekehrt.

Die Schweiz hatte im Jahr 2024 / ~ 210 Milliarden Schulden (Bund + Kantone + Gemeinden + Sozialversicherungen) , dann hatte jemand anderes 210 Milliarden Guthaben. Wenn die Schweiz im 2024 Jahr 1.24 Milliarden Zinsen bezahlte, so erhielt jemand andres 1.24 Milliarden Zinsen gutgeschrieben.
Rein statistisch gesehen hatte also jede der 9.1 Mio. in der Schweiz wohnhafte Person 23 076.92.- Franken Staats-Schulden und bei einem privaten Geldvermögen aller Schweizer zusammen von 4.88 Billionen Franken, ein Privat-Vermögen von 536 263.- Franken. Jede Person könnte ihre 23 076.92.- Franken Schulden beim Staat problemlos bezahlen und hätte immer noch ein derart grosses Vermögen, dass sie damit ihr Leben lang gut auskommen könnte.
(Wussten Sie, dass Sie so vermögend sind? 😜)
Und die Schweiz hätte auf einen Schlag keine Schulden mehr ohne dass es jemandem weh täte, oder dass wir es gross merken würden.
Warum also machen wir das nicht?

Die Verteilung

Man könnte sagen, alles ist sehr gut, das gleicht sich ja aus, wir hatten 2024 in der Schweiz ~ 210 Milliarden Schulden und wir hatten 4.88 Billionen Geldvermögen der privaten Haushalte, so weit, so gut, könnte man sagen, das läuft. Das perfide an unserem System ist aber, dass sich die grossen Vermögen im Laufe der Jahrzehnte bei ganz wenigen Menschen ansammelten, während die grosse Masse der Menschen davon gar nichts hat. Von den 4.88 Billionen hat die Hälfte der Menschen in der Schweiz gar nichts, nicht absolut gar nichts aber eben nur 4%. Die reichsten 10% aber besitzen den aller grössten Teil.

Dennoch muss die Masse, also die hart arbeitenden Menschen, die Zinsen der Schuldenwirtschaft erwirtschaften, erarbeiten. Die eigenen Zinsen für die eigenen Schulden, die zahlt man sowieso selbst, die Schulden des Staates, der Staat hat im Namen der Bürger, also auch in Ihrem Namen, jede Menge Geld aufgenommen, für das der Bürger, also auch Sie, bürgen.


Sie sind der Bürger, und als Bürger müssen sie nicht nur Bürgen, sondern sie bezahlen mit Ihren Steuern auch die Amortisation, die Zinsen und Zinseszinsen, jedes Jahr. Wenn ein Unternehmer investieren will, dann nimmt er einen Kredit auf, die Kredit- und die Amortisationskosten werden dann auf das Produkt umgelegt, also zahlt der Konsument die Kosten und Zinsen der Industrie, der Konsumwirtschaft, der Banken- und Versicherungsprodukte immer mit, der Bürger zahlt die Kosten und die Zinsen also über den Produktpreis an den Kreditnehmer zurück. Für den Bürger spielt es keine Rolle, wo die Kosten und Zinsen anfallen, er bezahlt sie immer. Spannend ist, dass, sobald der Bürger für sein angelegtes Geld weniger bekommt als der andere für seinen Kredi bezahlt, er das System auch noch finanziert.
Das System funktionierte am Anfang sehr gut, aber mit den Jahrzehnten explodierte das Ganze. Die Schuldenberge und die Zinslasten werden immer Gösser. Die Menschen bekommen das Gefühl sie müssten immer mehr abgeben, um die Kosten und Zinslasten tragen zu können. Man hat vorerst das Gefühl, das Ganze läuft ausgezeichnet, und trotzdem haben die Bürger immer weniger Geld in der Tasche, er muss mehrere Jobs annehmen, um über die Runden zu kommen, der Staat kürzt zunehmend die Leistungen, die Kaufkraft sinkt stetig. Die Situation wird immer schwieriger bis der Bürger und damit der Staat nicht mehr können. Und so muss es, alle paar Jahrzehnte zu einem Kollaps des Systems kommen, die Bürger gehen auf die Strasse, wie in Griechenland, der Staat muss die Pleite erklären. Dann kommt es zu einer starken Umverteilung der Vermögen, das geht entweder über eine starke Inflation oder über eine Währungsreform, über extreme Steuerumverteilungen.


Wir sind zur Zeit wieder am Ende eines solchen Zyklus angelangt, in naher Zukunft wird es zu einer Angleichung von oben nach unten kommen müssen.
Das Ganze verursacht nicht das Zinssystem, sondern das Zinseszins System. Das kann man am Schachbrett mit dem Reiskorn, welches sich in jedem Feld verdoppelt, gut erklären.
Unser Geldsystem kann auf die Dauer also gar nicht funktionieren, es muss immer wieder kollabieren oder im Mindesten ausgeglichen werden.

Das verdoppelte Reiskorn

Fazit

Am Ende bleibt eine einfache Erkenntnis: Unser Geldsystem hat klare Regeln – und diese führen mit der Zeit zu Ungleichgewichten. Geld entsteht durch Schulden, und Zins und Zinseszins sorgen dafür, dass sich Vermögen bei wenigen ansammelt, während viele die Lasten tragen.

Das funktioniert lange gut, doch auf die Dauer wächst der Druck. Schulden und Zinsen steigen, die Belastung für die breite Bevölkerung nimmt zu. Irgendwann braucht das System einen Ausgleich – sei es durch Krisen, Inflation oder andere Veränderungen.

Das bedeutet nicht, dass alles falsch ist. Aber es zeigt, dass das System Grenzen hat. Deshalb ist es wichtig, diese Zusammenhänge zu verstehen und offen über mögliche Lösungen nachzudenken.

Denn nur wer versteht, wie das System funktioniert, kann bewusst damit umgehen und vielleicht auch etwas verändern.

Sagen Sie mir Ihre Meinung zum Thema?

Haben Sie eine schöne Zeit und immer nette Leute um sich ..

Peter Bolli

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