Schnapsidee 🍒🥃 – oder Geniestreich?

(Ein Beitrag zur Mobilität in Eglisau. Teil 1)

Eglisau, die Stadt der Städte, unser über 910 ha verteiltes Kleinod, bestehend aus den Hauptquartieren Städtli, Burg, Steig, Wiler, am rechten Rheinufer und Seglingen und Tössriedern am linken Rheinufer, verbunden mit der Brücke aus dem Jahr 1919, welche nicht nur die Quartiere verbindet. (ich habe nicht alle Quartiere aufgelistet) ist seit Jahrzehnten überlastet.
Wir könnten das ändern, wenn wir…..


die Brücke, das Nadelöhr der Strassenverbindung von Bülach über Rafz nach Schaffhausen und zurück, der wichtigste Teil der Kantonsstrasse, welche den ganzen Verkehr durch Eglisau führt, entlasten könnten. Heute fahren täglich rund 22 000–24 000 Fahrzeuge, bis 2030 sollen es über 30 000 sein, darunter immer mehr Lastwagen, über den Engpass in Eglisau.
Der Verkehr teilt Eglisau. Die Eglisauer/innen können «Ihre/Unsere» Brücke nur mit grossen Behinderungen benützen. Vor allem am frühen Morgen oder gegen Abend ab fünf Uhr auch am Samstag ab 14: 00 Uhr und zum Teil auch schon an Sonntagen. (Siehe auch «Die Umfahrung Eglisau»)(Verkehrs- und andere Daten)

Der Bau der Umfahrung Eglisau soll frühestens 2037 beginnen, also in 11 Jahren. Angesichts der langen Warte und Bauzeit steht uns die Umfahrung bestenfalls in 15 – 20 Jahr zur Verfügung. Solange wird die Verbindung der links- und rechtsrheinischen Stadtteile durch den übermässigen Verkehr, meist verursacht durch Durchreisende (über 90%), behindert, bei Stau gänzlich getrennt. Die Einwohner/innen von Eglisau werden vom Kanton mit immer neuen Argumenten zur Verschiebung der Umfahrung vertröstet. Unser Gemeinderat scheint mit dem Vorgehen des Kantons zufrieden zu sein. Die Beseitigung des unhaltbaren Zustandes wird also noch lange bleiben, ja mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt ab 2027 noch einmal verschärft werden.

Es wurde und wird viel versucht, aber ….

Verschiedene Interessengruppen versuchten in der Vergangenheit die Mobilität für die Eglisauer und Eglisauerinnen zwischen den Ortsteilen zu verbessern. Die Mobilitätsverbesserungen in Eglisau konzentrieren sich vor allem auf:

🔹 Grossprojekt Umfahrung – zur Entlastung des Zentrums und Verbesserung des Verkehrsflusses,
🔹 Sanierung & Verkehrsführung der Ortsdurchfahrt,
🔹 Integration in kommunale und regionale Verkehrsplanung,
🔹 Stärkung des öffentlichen Verkehrsangebotes. (Kanton Zürich)

Gesamtbild

  • Strategisch: eingebettet in kantonale und regionale Mobilitätsplanung, keine grossen Einzelprojekte speziell für Eglisau
  • ÖV: stabil, zuverlässig, schrittweise verbessert
  • Velo: eher defensiv, Fokus auf Sicherheit und Kombination mit dem ÖV

Viel wurde und wird gemacht fürs Rundherum aber was funktionierte für den Kitt, den Zusammenhalt, die innere Verbindung?
Viele verschiedene Anläufe die Quartiere und das Städtli besser zu verbinden und der Bevölkerung ein funktionierendes, bezahlbares «Innerstädtisches-öffentliches Verkehrsmittel» zur Verfügung zu stellen sind gescheitert, zum Teil an den Kosten, an der Flexibilität der Lösung, an der Strassenverbindung, am geringen Benützer aufkommen oder den topographisch anspruchsvollen Bedingungen.

Lösungsversuche (Zitat aus der fokusZeitung vom Ausgabe 15 Februar 2026)
Mit der Änderung des Buskonzeptes ab Dezember 2015 entfielen die Rundkurse des Ortsbusses. Der Bahnhof Eglisau wird seither vom Ortsbus nicht mehr, Tössriedern nur wochentags bedient. Später wurden tagsüber Fahrten zu jeder Stunde getestet. Die Frequenzzahlen entsprachen nicht den Erwartungen. Das Projekt «eglimobil» kam nicht zum Start, obwohl in der Befragung durch sie Gemeinde das Angebot erwünscht gemeldet wurde. Die Postauto AG erprobte später ein Angebot mit Ruf-Bussen, allerdings nur während drei Monaten. Das Sternen-Taxi am Bahnhof Eglisau schliesst eine Lücke. Das Angebot des Seniorenrates mit Fahrdiensten von Freiwilligen für Senioren und Seniorinnen bewährt sich.
Neu ist ab Februar 2026 das Projekt, «Mitfahrpunkt Eglisau», lanciert vom Seniorenrat. (Zitat Ende)
Eine gutes und kostengünstiges Angebot für die Bevölkerung mit Weitsicht organisiert und unkompliziert nutzbar. Eine Empfehlung an alle.

Ich frage mich:
Könnten wir die «trennende Brücke» in nützlicher Zeit wieder in eine Verbindung zwischen den Stadtteilen zurück verwandeln?
oder sollten wir uns von der Brücke und den zum Teil überfüllten Strassen, so weit wie möglich entbinden?
könnten wieder näher zusammenrücken?

Meine Antwort ist: Ja, wir könnten einen Strassen-und Brückenunabhängigen öffentlichen Verkehr einrichten! 😊

Ein unorthodoxes öffentliches Verkehrsmittel 🚠

Denken wir einmal gross und verwerfen wir den folgenden Gedanken nicht, bevor wir Ihn zu Ende gedacht haben.
Könnten wir mit einer «Rund-Seilbahn», welche die Quartiere miteinander verbindet, zusammenrücken, ohne die Strassen benützen zu müssen? Wenn wir uns das vorstellen können, müssten wir uns zur Diskussion zusammensetzen. Eine Schnapsidee….. ich weiss… – 🍒🥃

Die Vorteile einer «Rund-Seilbahn»: sie wäre ein öffentliches Verkehrsmittel, dass:

  • von den Strassen unabhängig funktionieren und benützt werden könnte
  • die Quartiere mit den Gewerbegebieten, den Einkaufszentren und mit Bus und Bahn verbinden würde
  • die Bevölkerung flexibel und schnell an den Zielort befördern könnte
  • Barrierefrei, allen Benützern unabhängig zur Verfügung stehen würde
  • Leise und ohne Emissionen betrieben werden könnte
  • Ein für die Bevölkerung uneingeschränkt verfügbares Verkehrsmittel zur Verfügung stellen würde
  • Günstig 😊 und relativ schnell realisierbar wäre
  • Entlastung der Kantons- und Quartierstrassen bringen würde
  • Vollautomatisch, ohne viele Angestellte betrieben werden könnte
  • In Etappen erstellbar wäre
  • Fahrplan unabhängig und bei Bedarf uneingeschränkt benützbar wäre
  • 24 Stunden, das ganz Jahr verfügbar wäre
  • Die Kinder sicher in die Schule und zurück befördern würde ohne dass sie die viel befahrenen Strassen benützen müssten
  • Und zu guter Letzt, eine Attraktion in der Region darstellen würde.

Natürlich ist das eine verrückte Idee, aber warum nicht einmal etwas exzentrisch denken?
Viele Städte machen es uns vor,

Beispiele:

  • Koblenz (Deutschland)Rheinseilbahn über den Rhein verbindet das Stadtzentrum mit der Festung Ehrenbreitstein (zur Buga 2011 gebaut).
  • Toulouse (Frankreich)Téléo als Verbindung zwischen Universität, Spital und Wohngebieten.
  • Brest (Frankreich)Téléphérique Urbain überspannt den Fluss Penfeld als Teil des Stadtverkehrs.
  • Guimarães (Portugal)Teleférico de Guimarães verbindet die Stadt mit einem Hügelplateau über dem Ort, oft auch für Freizeit & lokale Verbindung genutzt.
  • Constantine (Algerien) – Stadtseilbahn in einer kleineren, topographisch anspruchsvollen Stadt, die verschiedene Stadtteile direkt verbindet.
  • Nizhny Novgorod / Bor (Russland)Cableway verbindet zwei Städte über den Fluss und wird als täglicher Personenverkehr genutzt.

um nur einige wenige zu nennen.

Könnten Sie sich das auch bei uns vorstellen?
Berichten Sie mir Ihre Meinung auf dem Blog oder als Mail: peter-bolli@bluewin.ch

Als eventuell gewählter Gemeinderat werde ich mich über Ressortgrenzen hinaus, für eine fortschrittliche, moderne, den Ansprüchen der Bevölkerung entsprechende Mobilitätspolitik in Eglisau einsetzen.

Peter Bolli

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2 Kommentare zu «Schnapsidee 🍒🥃 – oder Geniestreich?»

  1. Mir schwebte eher eine Fussgaengerbruecke zwischen den alten Brueckenkoepfen vor. Waere die alte Bruecke damals nicht abgerissen, sondern hoeher gesetzt worden, wie stolz waere Eglisau heute auf dieses Bauwerk. Aber eine solche Bruecke neu zu schaffen, oder eben eine Seilbahn, das wird in Eglisau nicht passieren. Das Hauptziel in Eglisau ist ein tiefer Steuerfuss, was bedeutet: Mehr Geld fuer die Wohlhabenden fuer deren Eigen-Interessieren, weniger Geld fuer die Gemeinschaft fuer die Interessen aller. Waere das anders, haetten wir nach wie vor einen, halt subventionierten, Ortsbus, der alle Quartiere bedient. Oder gar einen attraktiven Ort fuer die Jugend. Ich erinnere an das letzte Jugend-Projekt, das bruesk aus Kostengruenden abgelehnt wurde, der Pump-Track. Andere Gemeinden haben einen gebaut, in Eglisau wurde er als unfinanzierbar und zu hohes finanzielles Risiko dargestellt, angesichts unsicherer Finanzen in Post-Conora-Zeiten. Am Ende des Jahres stand dann ein gutes Plus in der Kasse, aber nach wie vor kein Projekt fuer die Jugend auf dem Plan. Aber es gibt ja das alte Haeuschen auf dem vergammelnden Tennisplatz… So von Peter zu Peter – Nein, mutige Projekte haben in Eglisau keinen Platz. In der ganzen Wahlwerbung, die uns zur Zeit in den Briefkasten flattert, drueckt sich das auch aus: Kurs halten, nichts aendern, alles ist gut.

    1. Salü Peter
      Danke für Deine Meinung. Ja, Du hast recht. Bewahren statt vorwärts in eine für alle gute Zukunft zu arbeiten, das ist schon seit «Jahrhunderten» das Motto in der Gemeinde.
      Ich bin ganz Deiner Meinung, dass man die alte Holzbrücke hätte erhalten müssen. Auch das einzigartige Schloss ist dem damals schon gelebten Spardruck zu Opfer gefallen.
      Zum Brückenersatz werde ich noch einen Beitrag schreiben, soviel ich weiss, muss mich noch einmal schlau machen, sind da immer noch ausstehende Versprechen zum Brückenersatz der EKZ nicht eingelöst.
      Am 16.02.2026 schalte ich einen weiteren Beitrag zur Mobilität in Eglisau auf. Einen dritten habe ich in der Mache. Das alles damit wir die geistige Unruhe in Eglisau etwas hoch halten.
      Ja, eine Rund-Seilbahn in Eglisau ist wohl ein Hirngespinst, aber wer weiss vielleicht eines Tages?

      Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und gerne bis bald

      Grüsse

      Peter

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