Ausser Spesen nichts gewesen ….

Ausser Spesen nichts gewesen …  / Eigentore am Laufmeter?

Das Spiel ist noch nicht angepfiffen, da hat der Gemeinderat schon das erste Eigentor erzielt! Wenn das nicht rekordverdächtig schnell ist, was ist es dann?

Oder:
Mein Lehrmeister sagte einmal folgendes zu mir:
Es fragte mich:
Was glaubst Du, wie lernst Du am schnellsten, nachhaltig und bleibend?
Seine Antwort war:
Blamiere Dich einmal am Tag und Du lernst die Lektionen schnell und unvergesslich.
Gräme Dich nicht Du lernst immer und ausschliesslich nur für Dich was die anderen Denken schneidet Dir kein Brot ab.
Hatte er recht?

Worum geht es?

KI-generiert

Der Gemeinderat, die Exekutive unserer Gemeinde, wurde durch ein «simples Foul» einiger weniger «Unbekannter, sich in der Anonymität versteckender» Mitbürger, scheinbar zu einem Statement zum Thema Stufenschulhäuser «gezwungen». Die Mannschaft um den Gemeindepräsidenten reagierte mit einer an einen orientierungslosen Hyperventilierenden erinnernde, hektische und unkoordinierte Aktion, ja – nicht koordiniert, – nicht geführt, wie doch noch vor nicht allzu langer Zeit versprochen, eben nicht als Team, sondern jede/r für sich. Einige Gemeinderäte welche sich, so hoffe ich, der Wirkung ihres Tuns in diesem Moment nicht bewusst waren, liessen ihrem Mitteilungsdrang freien lauf. Damit beschädigten sie, ich gehe davon aus unbewusst, die Glaubwürdigkeit, die Integrität, sich selbst und den Teamauftritt des Gesamtgemeinderates in der Öffentlichkeit nachhaltig.
Einzelne Gemeinderatsmitglieder, vier an der Zahl, nahmen in aller Öffentlichkeit Stellung zur Aussage der Schulpräsidentin und diskreditierten sie und ihre Aussage zum Thema aufs aller Feinste. Dabei nahmen sie zusätzlich in Kauf, dass auch die am Projekt mitbeteiligten Organisation in Zuständigkeit, Glaubwürdigkeit und Expertise in Zweifel gezogen wurden.
1:0 für die «Unkenntlichen».
Die Presse hatte ihre Schlagzeilen und die Unsicherheit in der Bevölkerung hatte freien Lauf sich auszubreiten. «Super!»
Den Damen und Herren Gemeinderäten, welche sich diesen Foppa leisteten, hätte ich weniger Reflex und mehr kühlen Kopf gewünscht. Ungeübt aus der Hüfte zu schiessen ist nur selten treffsicher. Scheinbar unbedarft sind sie in eine gut gestellte Falle gelaufen.
(würde ich schimpfen hätte ich «Anfängerfehler » gesagt, aber das steht mir nun mal nicht zu)

Warum nur – warum….?

Ich will nicht Schulmeistern, aber wer vom Volk das Vertrauen ausgesprochen bekommen hat, in einem Gremium wie dem Gemeinderat Einsitz zu nehmen, der sollte sich der Aufgabe und Verantwortung sehr bewusst sein und sie mit entsprechendem Fingerspitzengefühl annehmen. Egotrips sind überhaupt nicht hilfreich, sie können den ganzen Gemeinderat als Einheit unglaubwürdig machen und in Zweifel ziehen, das zeigen die Schlagzeilen in der Presse, Zitat: «Wie zerstritten ist der Eglisauer Gemeinderat?» oder «Streit um Schulweg in Eglisau: Jetzt ziehen Behörden die Notbremse». Nicht nur das, auch das vom Volk an den Rat übertragene Vertrauen wurde und wird in Zukunft aufs äusserste strapaziert erscheinen.

Das der Gemeindepräsident, er wollte wohl den Schaden in Grenzen halten, die Seifenoper in der Presse auch noch relativierte, macht den schalen Beigeschmack der flauen Arien nicht besser, im Gegenteil, er verstärkte ein eventuell keimendes Misstrauen in der Bevölkerung noch zusätzlich.

KI-generiert

Nun gut, was war denn der Anlass zum Exploit?

Anlass war das Projekt Schule Eglisau 2026+, respektive die neu in Umsetzung sich befindende Stufenschulhaus-Organisation, welche einigen unbekannten Mitbürgen scheinbar sauer aufgestossen ist. Nicht das Gespräch wurde gesucht, wie es unter mündigen Bürgern üblich ist, nein, es wurden gleich mehrere «von anonymen Personen verfasste» Petitionen an den Gemeinderat eingereicht. (Petitionen eizureichen ist legal und nicht selten)
Ich frage mich; Ist es heute nicht mehr üblich, dass man mit seinem Namen für seine Überzeugungen eintritt, seine Meinung kundtut, auch wenn das Thema kontrovers ist? War das Feigheit? Oder ein neuer Trend? Also ehrlich, was ist nur los mit Euch…..!

Will man der Presse glauben, so waren es gerade mal ~ 600 Personen, welche die Petitionen unterstützten. Wenn ich richtig gerechnet habe, Eglisau hatte am 31.12.2025 / 5771 Einwohner, entspricht die verdeckte Empörung gerade mal 10.39% aller Eglisauer. Wo ist das Demokratieverständnis geblieben? Wo die notwendige Distanz zum Thema? Wo ist das kühle Blut, das offene Gespräch? Wohin entwickelt sich unsere Kultur, unsere Gemeinschaft wenn wir nicht mehr von Angesicht zu Angesicht miteinander Reden wollen oder können?

Öffentlich machen, in die Presse gehen, diskreditieren, unterstellen, möglichst viel Druck aufbauen und schon funktionierts? Cool?…. Ich find’s abgrundtief verwerflich, das ist kein Umgang und nicht die Art des friedlichen Zusammenlebens in Achtung, Respekt und Anstand und schon gar nicht «die Art des feinen Mannes» miteinander umzugehen.

Die Stellungnahme ….

Das Statement der Schulpräsidentin und der Schulpflege auf die in den Petitionen gemachten Vorwürfe, wurden sachlich, respektvoll den gegebenen Umständen entsprechend neutral und zügig beantwortet. Dabei verwies die Schule auf die bereits gemachten Arbeiten im Projekt Schule Eglisau 2026+ und signalisierte Gesprächsbereitschaft. Sie stand aber unbeirrt zur bereits in die Wege geleiteten und weit forstgeschrittenen Arbeit und dem überaus durchdachten Plan.
Das Statement signalisierte Überzeugung, Strategie, Anpassungsbereitschaft und nicht zuletzt Mut zur eigenen Arbeit und zum eigenen Projekt zu stehen. Es zeigte den Willen die Schule weiterzuentwickeln zu Verändern und den zukünftigen Anforderungen gerecht auszurichten. Die Schulverantwortlichen, alle vom Volk gewählt, haben nur eines gemacht, sie haben im Sinne der Aufgabe, welche sie vom Volk übertragen bekommen haben, ihren Job gemacht.
Das übertragen von Aufgaben an ein gewähltes Gremium setzt voraus, dass das Volk den Gewählten sein Vertrauen nicht nur ausspricht, sondern überzeugt ist, dass das Gremium im Sinn und Geist des Volkes und der Aufgabe, das Beste für die Mehrheit erarbeitet.

Nun denn…. Scheinbar ist es heute so, dass eine verschwindende Minderheit seinen anonymen Unmut über ein von den Behörden erarbeitetes Thema Pressekonform aufbereitet in den Äther blasen kann und die ganze Community hat zu kuschen.
Kommt ihnen das bekannt vor? Mir schon…
Und um das Fass vollends zum Überlaufen zu bringen verhalten sich die Gemeinderäte in der Sache uneinig und schiessen sich und dem gesamten «Team» in den eigenen Fuss. Was für eine Leistung.

Nicht genug …

Aber was dann kommt haut dem Fass dem Boden ganz aus. Die ganze Riege kuscht vor dem anonymen Aufstand diskreditiert sich selbst zum Zweiten mal und stellt das weit fortgeschrittene Projekt, welches bereits einen Haufen Geld verschlungen hat, zur Disposition und ziehen die «NOTBREMSE». Die «Uneinigen» nehmen das ganze Projekt –
Zitat ZU vom 03.Juni 2026: «Eglisau stoppt die geplante Umstellung auf Stufenschulhäuser, die für das Schuljahr 2027/28 vorgesehen war. So beschloss es der Gemeinderat an einer Sitzung am Montagabend. Der Gemeinderat und die Schulpflege wollen die Lage neu beurteilen, wie es in einer Mitteilung von gestern heisst.» Zitat ende, ohne Not aus dem Rennen.
Scheinbar ohne mit den Initianten der Petitionen zum Thema gesprochen zu haben. Erneut eine strategisch taktische Meisterleistung in Kommunikation und Blamage, ein kommunikativer Foppa bester Güte. Warum nur?
Der Gemeinderat und die Schulpflege signalisieren dem Volk mit dem Stopp, der «NOTBREMSE», des Projektes; wir haben vor den «Unkenntlichen» kapituliert, sind uns unserer jahrelangen Arbeit selbst nicht mehr sicher und geben unser Projekt und unseren Standpunkt zum jetzigen Zeitpunkt auf. Nach all der vielen Arbeit, dem Umbauten und den mächtigen Investitionen stellen wir unser Projekt selbst in Frage und reden noch einmal darüber. 2:0 für die «Unkenntlichen». Verlierer, das Volk. Der Aufstand aber hat sich scheinbar doch gelohnt!

Ich Frage mich: was ist im Gemeinderat los? Sind Grabenkämpfe im Gang? Wo ist die Führung? Wo ist das Profil? Oder wer ist hier der Boss?
Für mich stimmt da einiges nicht – wie wir noch sehen werden.

Von nichts gewusst ….? Von wegen ….!

Es heisst in der Verlautbarung der vier «Whistleblower»; der Gemeinderat hat zum Projekt nie einen Beschluss gefasst… ! – Komisch!
Schauen wir einmal genauer hin.
Interessant ist, dass die vier Gemeinderäte welche sich öffentlich gegen die Schulpflegepräsidentin gestellt hatten behaupteten sie seien dem Projekt immer skeptisch gegenüber gestanden, also nicht wie von der Schulpräsidentin beschrieben, vollumfänglich hinter dem Projekt gestanden. (siehe ZU vom 03.06.2026.)
Diese Stellungnahme überrascht mich doch sehr, denn mindestens Nicolas Wälle, verantwortlich für den Umbau und die Anpassung der Schulhäuser an das neue Konzept, war bis ins Detail und von Anfang an ins Projekt eingebunden. Ob er sich im Vorfeld im Rat kritisch zum Vorhaben der Schule geäussert hat, ist mir nicht bekannt, auf jeden Fall aber hat er die Umbauten massgebend, zügig, zeitnah und verantwortungsvoll vorangetrieben.
(Er soll also, ohne Rückfrage an den Gemeinderat, Steuergelder investiert, ausgegeben haben, obwohl er mit der Sache nicht glücklich gewesen sein soll? Keine Widerrede, nichts?)

Dass die anderen drei «Aufmucker» wohl das Budget genehmigten, das tat übrigens der Gesamtgemeinderat, sich dann aber mit dem Umbau und der organisatorischen Neuausrichtung sowie den damit verbundenen Konsequenzen nicht befasst und sich im Rat dazu nicht kritisch geäussert haben, gibt mir mehr als nur zu denken. Gerade weil sie für sich im Nachhinein in Anspruch nehmen nie nach Ihrer Meinung gefragt, resp. nie einen Gemeinderatsentscheid zum Projekt gefällt zu haben. Ich Frage mich, ist das Motto im Gemeinderat einer für sich, jeder für sich allein?
Das Budget abgesegnet ohne sich genau zu informieren, sich aber dann in aller Öffentlichkeit lautstark über budgetierte Projekte beschweren, ich schnalls nicht.. sorry.- Das verwirrt mich gänzlich.
Der Gemeinderat hatte das Budget, in welchem auch der Umbau detailliert abgebildet war, abgenommen. Wir sprechen immerhin von einer budgetierten Investition in den Umbau der Schulhäuser zur Realisierung des Projektes von 0.8 mio. Franken allein im Städtli. Es wäre also genug Zeit gewesen, sich zum Thema umfassend zu Informieren und sich im Rat kritisch dazu zu äussern bevor die ganze Sache derart eskaliert. Von «nicht informiert» also keine spur..-!
(Die Umbauarbeiten im Städlischulhaus waren von den Dreien anscheinend unbemerkt geblieben, obwohl die Gemeinderäte in der Städtli Aula immer mal wieder zusammensassen und der Zugang zum nachbarlichen Schulhaus mit Absperrungen gesichert war? Eigenartig!)

Noch einmal ..-

Wenn der dem Volk verantwortliche Gemeinderat einem Budget mit solch hohen Investitionen und den damit verbundenen organisatorischen Umwälzungen zugestimmt hatte – und das hatte er, ohne sich im Detail informiert zu haben, sich dann öffentlich äussert er, sie sei mit dem Projekt nicht einverstanden gewesen, macht sich, gelinde gesagt, unglaubwürdig und beim besten Willen keine gute Figur.
Ich hätte mir in dieser Sache vom Gesamtgemeinderat mehr Souveränität, Coolness und etwas mehr Professionalität gewünscht.
(Unmögliches erledigen sie doch sofort, wie wir wissen dauern Wunder etwas länger)

Ich bitte den Gemeinderat hiermit, das aus der Hüfte schiessen zu üben oder, meine Empfehlung, es besser ganz bleiben zu lassen.

Reden ist immer gut, doch sollte man das auf Augenhöhe und ohne Druck von innen und aussen tun können. Denn nur so kann ein für alle passendes Resultat sichergestellt werden. Sich ohne Gespräche im Rat untereinander, vorzeitig, öffentlich in die Defensive drängen zu lassen spricht weder von Souveränität noch Überzeugung ganz zu schweigen von geführter Teamarbeit.

Ich wünsche dem Gemeinderat für die Zukunft viel Weitsicht und politisches Fingerspitzengefühl, kühle Köpfe und vielleicht vor jedem öffentlichen Statement auf 3 zählen, hilft – vielleicht.
Ein weiteres Motto für den Gemeinderatssprech könnte sein: Einigkeit macht stark!
(zur Ergänzung: Einigkeit ist nicht immer ein Zeichen von Stärke. Sie kann auch dazu führen, dass unterschiedliche Meinungen unterdrückt oder kritische Stimmen ausgegrenzt werden. Widerspruch ist nicht Störung. Widerspruch ist ein wichtiger Beitrag zur Diskussion. Meinungsvielfalt und kontroverse Debatten sind unverzichtbar, um gute Entscheidungen treffen zu können.)

In diesen Sinne nichts für ungut, habt alle eine gute Zeit, lasst es Euch gut gehen und habt immer nette Leute um Euch.

Peter Bolli

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